Gelsenkirchen
Auftakt der Umweltaktionswoche: Open-Air-Strategiediskussion mit Monika Gärtner-Engel
Mitten im Weihnachtsmarkt auf der belebten Hochstraße in Gelsenkirchen-Buer erreichte die heutige Open-Air-Diskussion der MLPD Gelsenkirchen-Gladbeck mit Monika Gärtner-Engel zahlreiche Passanten.
Im Mittelpunkt stand Mitautorin Monika Gärtner-Engel, die vielen Gelsenkirchnern noch als langjährige AUF-Stadträtin bekannt ist. Sie stellte das neue Buch von Stefan Engel, Monika Gärtner-Engel und Gabi Fechtner, „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!" lebendig und mit aktuellen Bezügen zur Klimakonferenz in Dubai vor.
Mithilfe kleiner Lesungen aus dem Buch qualifizierte sie die positivistischen Einzelmeldungen der bürgerlichen Presse richtig und brachte sie so in den korrekten Gesamtzusammenhang. Zusammen mit den Menschen auf der Kundgebung zog sie dann die richtigen Schlussfolgerungen.
Sie legte anhand des Buches offen, wie es dem Vorsitzenden der Konferenz, Sultan Ahmed Al Jaber, vor allem darum geht, weiterhin fossile Energieträger, allen voran Erdöl, zur Energiegewinnung zu nutzen. Wenn er sich jetzt „großzügig“ herablässt, 100 Millionen Euro für die von der Umweltkatastrophe betroffenen Länder zu spenden, dann sind das für diesen Mann Peanuts: Er ist Multimilliardär. Zum Vergleich: Allein die noch nicht abgeschlossene Beseitigung der Hochwasserschäden im Ahrtal hat bisher Milliarden gekostet!
Das neue Buch nannte sie „schockierend und ermutigend zugleich“. Schockierend, weil die drei Autoren schonungslos die objektive Situation einer eingetretenen globalen Umweltkatastrophe analysieren und nachweisen. Ermutigend, weil das Buch den einzig möglichen Ausweg im Kampf zur Rettung der Menschheit in einer sozialistischen Gesellschaft, in der die Einheit von Mensch und Natur als zentrale Aufgabe des Klassenkampfes verwirklicht werden wird, aufzeigt.
Monika Gärtner-Engel bei einer ihrer kleinen Lesungen
Rund um den adventlich geschmückten Info-Stand diskutierten die Genossinnen und Genossen der MLPD und des Jugendverbandes REBELL engagiert und es gab viele gute Gespräche: Fast alle, mit denen man sprach, waren unglaublich wütend auf die Bundesregierung, die die Kosten für jeglichen Umweltschutz voll auf den Rücken der Massen ablädt. Dagegen fordern wir, dass das Verursacherprinzip gelten muss und die hauptverantwortlichen Umweltzerstörer, Konzerne wie BP, bezahlen müssen. Das neue Buch als „sozialistisches Umweltbuch“ kam da gerade recht und machte viele neugierig und nachdenklich.
„In der DDR wurde doch die Umwelt auch krass geschädigt!“ wandte ein Kollege ein. Eine Diskussion über den Unterschied zwischen echtem Sozialismus und bürokratischem Kapitalismus, wie er in der DDR seit Mitte der 1950er-Jahre herrschte, schloss sich an.
Eine Passantin kritisierte am offenen Mikrofon die unbezahlbar steigenden Energiepreise. Das müsse man den Politikern in Berlin sagen, schloss sie. Monika Gärtner-Engel griff ihre berechtigte Kritik auf, entlarvte die Maximalprofit scheffelnden Energiekonzerne und forderte die Passantin heraus: "Es wird sich nur etwas ändern, wenn wir uns organisieren und gemeinsam kämpfen und aktiven Widerstand entwickeln".
Für die MLPD sprachen außer Monika Gärtner-Engel Eva Wanneck und Florian Lutz, die auf Bedenken von Kollegen von BP und Uniper eingingen. Es ist ganz klar, dass die Arbeiterfamilien beides brauchen – Arbeitsplätze und Umweltschutz. Zustimmendes Nicken kam von vielen Passanten. Eine Kollegin will in einer Lesegruppe mitmachen, wozu gleich der Termin vereinbart wurde.
Leider wurde auf der Kundgebung nur ein Buch verkauft. Dafür aber wechselten bei der anschließenden Jahresabschlussfeier des überparteilichen Kommunalwahlbündnisses AUF Gelsenkirchen gleich mehrere Bücher den Besitzer. Das zeigt, wie wichtig die aus der Kleinarbeit und der langjährigen überparteilichen Zusammenarbeit entstehende Debatte und Bekanntmachung des Buches ist.