Lektüretipp

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Stalin über den Kampf gegen Nationalismus in nationalen Befreiungsbewegungen (1)

Kürzlich kritisierte mich ein türkischer Kommunist dafür, dass wir als MLPD die Hamas öffentlich angreifen. Ich sollte Lenin, Mao und Stalin lesen, die es den unterdrückten Nationen selbst überlassen hätten, ihre Vertreter zu bestimmen.

Von lg
Stalin über den Kampf gegen Nationalismus in nationalen Befreiungsbewegungen (1)
Beim Ersten Allrussischen Sowjetkongres im Moskauer Bolschoi-Theater verabschiedeten 2.200 Delegierte die Gründungserklärung der UdSSR - leuchtendes Beispiel für die erfolgreiche Lösung der nationalen Frage

Doch die Klassiker des Marxismus-Leninismus haben allesamt großen Wert darauf gelegt, den Nationalismus in den nationalen Befreiungsbewegungen zu bekämpfen. Stalin war als Georgier selbst Angehöriger einer Nation, die vom großrussischen Chauvinismus in der Zeit des Zaren unterdrückt worden war. Bei ihm fand ich in seiner wegweisenden Schrift „Marxismus und nationale Frage“ von 1914 folgende Aussagen, die auch für den heutigen Konflikt in Palästina/ Israel gültig sind:

 

„Die von oben ausgehende Welle eines streitbaren Nationalismus, eine ganze Reihe von Repressalien der 'Machthabenden', die sich an den Randgebieten wegen ihrer 'Freiheitsliebe' rächten, lösten eine Gegenwelle des Nationalismus von unten aus, der mitunter in brutalen Chauvinismus überging. Das Erstarken des Zionismus unter den Juden, der wachsende Chauvinismus in Polen, der Panislamismus unter den Tataren, das Erstarken des Nationalismus unter den Armeniern, Georgiern und Ukrainern, die allgemeine Neigung des Spießers zum Antisemitismus - alles das sind allbekannte Tatsachen. Die Welle des Nationalismus rollte immer stärker heran und drohte, die Arbeitermassen zu erfassen. Und je mehr die Freiheitsbewegung abebbte, umso üppiger kamen die Blüten des Nationalismus zur Entfaltung.

 

In diesem schweren Augenblick fiel der Sozialdemokratie eine hohe Mission zu – dem Nationalismus entgegenzutreten, die Massen vor der allgemeinen 'Seuche' zu bewahren. Denn die Sozialdemokratie, und nur sie allein, war dazu imstande, da sie dem Nationalismus die bewährte Waffe des Internationalismus, die Einheit und Unteilbarkeit des Klassenkampfes entgegenstellte. Und je stärker die Welle des Nationalismus heranrollte, um so lauter musste die Stimme der Sozialdemokratie für die Brüderlichkeit und Einheit der Proletarier aller Nationalitäten Rußlands erschallen. Besondere Standhaftigkeit war dabei für die Sozialdemokraten der Randgebiete erforderlich, die mit der nationalistischen Bewegung unmittelbar zusammenstoßen.“ (Stalin, Werke, Band 2, S.162)

 

Zur Erläuterung: In den Randgebieten Russlands lebten die unterdrückten Nationen. Die „Sozialdemokratie“ war damals noch revolutionär, d.h. Stalin meint die Kommunisten.

 

Hier die Fortsetzung