Irland
"Juden für Palästina Irland" prangern bedingungslose deutsche Unterstützung von Israel an
"Juden für Palästina Irland" haben am 14. November vor der deutschen Botschaft demonstriert. Sie fordern von Deutschland, seine Waffenverkäufe an Israel und die Verhaftung von Demonstranten einzustellen.
In ihrer Stellungnahme heißt es: "Nach zwei Völkermorden im 20. Jahrhundert, zunächst an den Herero und Nama in Namibia und dann an Juden, Roma und anderen im Holocaust, unterstützt Deutschland heute einen neuen Völkermord des 21. Jahrhunderts, der vor den Augen der Welt in Gaza stattfindet. Deutschland spricht von Sühne für die Vergangenheit und behauptet, es handele zum Schutz der heutigen Juden, der Nachkommen derer, die es einst auszurotten versuchte. Wir Juden, eben diese Nachfahren, sind heute hier, um dieses Narrativ zurückzuweisen. Wir sind hier, um zu fordern, dass Deutschland zum Schutz des Lebens handelt, indem es seine Waffengeschäfte mit Israel kündigt und einen Waffenstillstand fordert.
Darüber hinaus sehen wir mit Entsetzen, wie Deutschland seine eigenen Bürger, darunter zahlreiche Juden, verfolgt, weil sie sich gewissenhaft gegen Deutschlands Mitschuld an diesem Völkermord wehren. Als Juden beklagen wir diese zynische Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Israels Führer sprechen offen in der Sprache des Völkermords. Premierminister Netanjahu sieht den Krieg als einen "Kampf zwischen den Kindern des Lichts und den Kindern der Finsternis, zwischen der Menschlichkeit und dem Gesetz des Dschungels". Verteidigungsminister Yoav Gallant sagte, dass "wir gegen menschliche Tiere kämpfen und dementsprechend handeln" und dass "der Gazastreifen nicht wieder zu dem werden wird, was er vorher war. Wir werden alles eliminieren".
Dieser Rhetorik sind auch Taten gefolgt. Israel hat weißen Phosphor eingesetzt, absichtlich Gebiete bombardiert, in die die Zivilbevölkerung evakuiert werden sollte, und den Zugang zu Lebensmitteln, Wasser und Strom für mehr als zwei Millionen Menschen abgeschnitten. Dabei wurden Krankenhäuser, Flüchtlingslager, Schulen, heilige Stätten und Universitäten gnadenlos bombardiert. Diese Aktionen bedeuten nichts weniger als die systematische Ermordung von mehr als 11.000 Zivilisten, fast die Hälfte davon Kinder. ...
Wenn Deutschland wirklich Reue für seine Vergangenheit empfindet, kann es nicht zulassen, dass der Preis für diese Reue das Blut von Palästinensern ist. Es muss den moralischen Mut aufbringen, der in dem heldenhaften Widerstand vieler Deutscher gegen das Naziregime zum Ausdruck kommt. Als irische Juden und Europäer fordern wir, dass Deutschland zu einem Waffenstillstand aufruft. Wir fordern, dass Deutschland aufhört, Israels Völkermord zu bewaffnen. Wir fordern, dass Deutschland aufhört, diejenigen zu verhaften, die sich dem Völkermord widersetzen."