Im Rahmen der Tarifrunde für die Länderbeschäftigten
Hochschulaktionstag an über 40 Hochschulen - Studierende fordern Tarifvertrag
Am Montag fanden im Rahmen der Ver.di-Tarifrunde für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder an über 40 Hochschulen Aktionen statt. Aufgerufen haben ein Bündnis aus Gewerkschaften (Ver.di, GEW), Initiativen, Studierendenvertretungen und hochschulpolitischen Organisationen.
Gemeinsam fordern sie „ein Ende von prekären Arbeits- und Studienbedingungen“. [1] Zur zentralen Kundgebung vor der Humboldt-Universität (HU) in Berlin kamen rund 1.400 Demonstrantinnen und Demonstranten. In Potsdam versammelten sich nach Ver.di-Angaben rund 400 Wissenschaftler und Studierende vor dem Landtag, um für bessere Studien- und Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.
Die Studierenden fordern im einzelnen:
- „Inflationsausgleich für ALLE!
- Wir Hochschulbeschäftigte und Studierende kämpfen im Rahmen der Tarifrunde der Länder für höhere Löhne! Wir fordern 10,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 500 Euro für alle Tarifbeschäftigten. Und wir verlangen, die BAföG-Sätze deutlich anzuheben. Es braucht eine BAföG-Strukturreform und Bedarfssätze, die zum Leben reichen!
- Her mit dem TVStud! Schluss mit prekären Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft!
- Kurze Vertragslaufzeiten, Kettenbefristung und mitbestimmungsfreie Zonen müssen abgeschafft werden! Wir brauchen eine grundlegende Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG), einen bundesweiten Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud) und echte Mitbestimmungsrechte durch die Aufnahme studentischer Beschäftigter in die Personalvertretungsgesetze der Länder.
- Für die Ausfinanzierung von Forschung und Lehre!
- Gute Forschung und Lehre benötigen eine stabile Grundfinanzierung, unabhängig von Drittmitteln und Projektförderung. Wir lassen uns nicht länger kaputtsparen!“
In zwei Verhandlungsrunden haben die Vertreter der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) kein Angebot vorgelegt, bzw. es abgelehnt, einen Tarifvertrag für die über 300.000 studentischen Beschäftigten aushandeln zu wollen.
Es ist zu begrüßen, wenn Studierende zusammen mit Arbeitern und Angestellten um ihre sozialen Rechte kämpfen und von den Arbeitern lernen, statt sich ständisch abzukapseln. Diese Forderungen werden auch auf dem Studierendenpolitischen Ratschlag am 2.12. (Beginn 11 Uhr) in der Aula der Universität Göttingen diskutiert und beraten.
Informationen, Programm, Anmeldung etc. auf der Webseite https://www.studierendenpolitischerratschlag.org/
kontakt@studierendenpolitischerratschlag.org