Marokko
BMW in der Kritik für Bezug von toxischem Kobalt aus Marokko
BMW bezieht ein Fünftel seines Kobalt-Bedarfs aus dem Bergwerk Bou Azzer in Marokko. Es wird für die Batterie der E-Fahrzeuge gebraucht. Journalisten deutscher, französischer und marokkanischer Medien haben vor Ort monatelang recherchiert. In den entnommenen Wasserproben wurden im Labor 18. 000 Mikrogramm pro Liter Arsen gemessen! Zehn Mikrogramm im Trinkwasser hält die Weltgesundheitsorganisation WHO für maximal tolerabel.
Ein Forscher widerspricht dem Minen-Konzern Managem, dass solch „hohe Konzentrationen natürliche Ursachen haben“. Dazu ein Bergarbeiter, mit dem die Journalisten gesprochen haben: "'Die Mine ist eine Quelle von Problemen. Sie verursacht Allergien und Staublungen und andere Krankheiten, die das Arsen auslöst.' Damit Managem an das Kobalt gelangt, werden die Erze zermahlen und mit Wasser vermischt. Dabei wird offenbar hochgiftiges Arsen freigesetzt. Den Dreck des angeblich nachhaltigen Kobalt-Abbaus finden wir sogar mitten im Dorf.“¹
BMW ist jetzt in Erklärungsnot: „'Wir sind der Sache schon im Juli nachgegangen', sagt ein Sprecher. Managem als Minenbetreiber habe aber alles glaubhaft mit Zertifikaten und anderen Dokumenten widerlegt.“² Dabei gibt sich BMW gern „als Vorreiter bei nachhaltiger E-Mobilität (weshalb es) die Vorwürfe von unabhängiger Seite prüfen lassen“ will. Deshalb habe der Konzern vom früheren Bezug von Kobalt aus dem Kongo Abstand genommen und sich in Marokko „vor Ort davon überzeugt, dass alles sozial wie ökologisch sauber und nachhaltig ablaufe.“ Offensichtlich „im guten Glauben“ an nachhaltige Geschäfte.
So fiel den BMW-Managern auch nicht auf, was Minenarbeiter den Journalisten erzählten: sie seien „weder im Umgang mit Giftstoffen geschult noch wurden solche Gefahren je erwähnt. Schutzmasken gebe es ohnehin nicht ausreichend. Wer erkrankt, werde ohne soziale Absicherung entlassen.“
Der 2020 von BMW mit Managem geschlossene Liefervertrag bis 2025 spült der marokkanischen Königsfamilie als Eigner 100 Mio. Euro in die Kassen. Für die Arbeiter und Umwelt ist er dagegen ein „Desaster“, wie der marokkanische Gewerkschafter Omar Oubouhou kritisiert.
Passend dazu das Buch „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen“, wo im Kapitel A.6 der „immer rücksichtslosere Raubbau an Naturstoffen“ behandelt wird, als eine grundsätzliche Gesetzmäßigkeit im imperialistischen Stadium des Kapitalismus. Dieser Raubbau ist mit der Vergiftung der Arbeiter und Region verbunden, oder der Wasserabsenkung wie im Fall der Lithium-Gewinnung.
Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen
Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur? Dieses Buch zeigt realistische Perspektiven auf.
469 Seiten
29 €
Dabei gibt es schon jetzt Batterietechnologien, die auf Kobalt verzichten. Deren Erforschung und Einsatz wird aber erst dann gemacht, wenn er sich für die Monopole rechnet. Um dies zu beschleunigen, sofort die toxische Kobalt-Gewinnung zu stoppen und durch eine umweltverträgliche Methode zu ersetzen, braucht es den gemeinsamen Kampf der BMW- und Managem-Arbeiter, sowie die Unterstützung und Protest der Massen:
„Nehmt ihnen die Welt aus der Hand, eh sie verbrannt!“