"Marsch auf die Feldherrnhalle“

"Marsch auf die Feldherrnhalle“

100 Jahre Hitlerputsch: Er musste scheitern, weil er nicht die Mehrheit der werktätigen Massen hatte

Heute jährt sich zum 100. Mal der Hitlerputsch - auch „Marsch auf die Feldherrnhalle“ genannt. Am 8. und 9. November 1923 versuchten die Hitler-Faschisten unter Führung Hitlers und des faschistischen ehemaligen Chefs der Obersten Heeresleitung im Ersten Weltkrieg, Erich Ludendorff, einen faschistischen Putsch in Deutschland.

Von ffz

Ihr Plan war, die ultrareaktionäre bayerische Landesregierung und ihre Verwaltung zu zwingen, mit ihnen gemeinsam die damalige Reichsregierung in Berlin zu stürzen und eine faschistische Diktatur zu errichten. Als Vorbild diente ausdrücklich der faschistische Putsch Mussolinis in Italien.


Der Putschversuch, den Hitler am 8. November 1923 mit einem Pistolenschuss in die Decke des Münchner Bürgerbräukellers großspurig als „Beginn der nationalen Revolution“ verkündete, scheiterte am nächsten Tag, als die Putschisten nach einem heftigen Feuergefecht mit der bayerischen Polizei und der Reichswehr vor der Münchner Feldherrnhalle kapitulieren mussten. Er musste scheitern, weil die Hitler-Faschisten keinen Rückhalt bei den werktätigen Massen in Bayern und im damaligen Deutschen Reich hatten. Im Gegensatz zum Hamburger Aufstand, der die glühende Unterstützung der Mehrheit des Proletariats in Hamburg und im Deutschen Reich hatte - und der nur scheiterte, weil die KPD-Führung unter Brandler und Thalheimer ihn feige abblies - blieben die Putschisten um Hitler und Ludendorff isoliert.

 

Die Herrschenden in Deutschland erkannten damals, dass die Zeit für eine faschistische Diktatur als Herrschaftsmethode noch nicht reif war. So wurde Hitler in einer luxuriösen „Festungshaft“ in Landsberg am Lech inhaftiert, wo ihm alle Annehmlichkeiten zur Verfügung standen. Die eigentlich normale Ausweisung seiner Person - Hitler war österreichischer Staatsbürger - stand nie zur Debatte. Erst Jahre später übergaben die Machthaber in Gestalt des ehemaligen Generalfeldmarschalls des Ersten Weltkriegs, Paul von Hindenburg, die Macht an Hitler und die Faschisten.

Lehren für heute

Aktuell regieren die Herrschenden vor allem mit dem System der kleinbürgerlichen Denkweise und des Betrugs. Bei den Massen hat das aber immer weniger Erfolg. Davon zeugt auch die aktuelle Rechtsentwicklung, die weltweit zu beobachten ist. Umso wichtiger ist es, dass sich die Massen in Deutschland auf Grundlage der proletarischen Denkweise mit der sozialfaschistischen Demagogie unter anderem der AfD auseinandersetzen. Die Rote Fahne Redaktion lädt die Korrespondentinnen und Korrespondenten dazu ein, die Leserinnen und Leser mit Geschichten, Korrespondenzen etc. an diesem Prozess teilhaben zu lassen. Mutige selbständige - aber auch gewerkschaftliche - Kämpfe, wie der Streik der Hafenarbeiter im Hamburger Hafen, sind hier gute Signale in die richtige Richtung!