Paris
Veranstaltung mit der Palästinenserin Maryam Abu Daqqa: “Denkt an die Menschen in Gaza”
Trotz mehrerer Demonstrationen am gleichen Tag gegen die Vernichtung von Gaza durch das zionistische Israel kamen etwa 100 Besucherinnen und Besucher zur Veranstaltung mit der langjährigen palästinensischen Aktivistin Maryam Abu Daqqa zur Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf.
Maryam spricht über die unsäglichen Zustände in Gaza. Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Krankenhäuser - alles Lebensnotwendige fehlt. Auch Maryams Haus in Gaza liegt in Trümmern und sie hat in den Angriffen der letzten Jahre zahlreiche Familienmitglieder verloren.
Maryam ist physisch erschöpft, aber vor allem sehr zornig. Sie trägt schwer an der Situation, hat manchmal Tränen in den Augen: “Wenn Ihr trinkt, wenn Ihr esst, wenn Ihr in eurem Bett liegt, denkt an die Menschen in Gaza.”
Sie berichtet auch von der großen Solidarität und gegenseitigen Hilfe in Gaza. Eindrucksvoll stellt sie fest: “Die europäischen Regierungen haben ihre Masken fallen lassen. Wir treten in eine neue Epoche ein. Die Ukraine, Palästina, das ist nur ein Anfang.” Sie ruft auf zum weltweiten antiimperialisten Kampf in Solidarität mit Palestina auf. Es geht um das breitest mögliche Bündnis gegen den Imperialismus. Maryam und das Volk Palästinas zählen auf uns, auf die Völker der Welt. Unsere Verantwortung für den Weltfrieden werden wir auf der kommenden Veranstaltung zur Einheitsfront beraten, zu der die Delegation aus Frankreich einlädt.
Mehrmals taucht in der Diskussion die Frage nach der Hamas auf. Die ICOR-Organisation Union Prolétarienne Marxiste-Léniniste vertritt die Meinung, dass die Hamas dem Befreiungskampf keine Perspektive geben kann, sondern ihm schadet. Das polarisiert und ein Teil auch der Veranstalter in Paris empfindet das als Spaltung des palästinensischen Widerstands. Es geht aber überhaupt nicht um die bürgerliche Taktik, die den Widerstand mit allen Mitteln brechen will. Der palästinensische Widerstand gegen seine Besatzer ist berechtigt und notwendig, auch bewaffnet. Aber der Befreiungskampf muss auf den Imperialismus und seine Vertreter zielen, statt wehrlose Leute umzubringen!
Wir überbringen Maryam Solidarität und Grüße der ICOR, von der Delegation aus Frankreich und der Europakoordination der Weltfrauenkonferenz und schenken ihr den Bildband der Weltfrauenkonferenz von Tunis. Sie hat die beeindruckende Konferenz in Tunis mit den Delegationen aus vier Kontinenten gut in Erinnerung und macht Werbung für die 4. Weltkonferenz der Basisfrauen.
Am Dienstag, 31.10. wird der «Fall» Maryam Abu Daqqa vor dem Conseil d'Etat, der höchsten richterlichen Verwaltungsinstanz Frankreichs, verhandelt. Gegen die richterliche Entscheidung, die Ausweisung von Maryam auszusetzen, hatte das Innenministerium Berufung eingelegt!
Résistance gegen die Faschisierung! Maryam muss bleiben!!