Dumont Köln
Proteste gehen weiter!
Gegen die Nacht- und Nebelaktion des Medienkonzerns Dumont gab es am 25. Oktober erneut Proteste. Vor drei Wochen waren 200 Kolleginnen und Kollegen nach Hause geschickt und 250 Leiharbeiter in ihre Leiharbeitsbuden zurückgeschickt worden. Seitdem werden die Zeitungen in Koblenz gedruckt - in einer tariflosen Druckerei! Dort arbeiten überwiegend Leiharbeiter.
Rund 200 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich auf der Straße vor ihrem ehemaligen Arbeitsplatz. Sie hatten viele Protestschilder dabei: „Schämt euch!“, „Asozial dieses Verhalten!“, „Dumont ist Jeck + Doll - krieje dr Hals net voll!“ und viele mehr. Ver.di-Sekretär Viktor Efa sprach heftig: „Diesen Angriff auf die betriebliche Mitbestimmung, auf unsere gewerkschaftliche Bewegung und auf die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen, die für dieses Gesetz gekämpft und es durchgesetzt haben, können wir nicht ohne Protest und Reaktion auf sich beruhen lassen.“
Aber: Kein Wort mehr vom Kampf um die Arbeitsplätze! Auch Jochen Ott, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag NRW, forderte schließlich wie Efa nur einen „vernünftigen Übergang am Ende dieser traditionsreichen Druckgeschichte“. Ein konzernweiter Kampf um die Arbeitsplätze - diese Sprache würden wohl auch die Dumonts verstanden. Kolleginnen und Kollegen oder Betriebsräte aus anderen Konzernbereichen oder Redaktionen traten bei der Protestkundgebung (noch) nicht auf. Dafür Kölner Musiker wie die Brings-Brüder oder Jens Streifling von den „Höhnern“; die bekannten „Paveier“ sagten aus Protest ihren im Karneval gebuchten Auftritt im Dumont-Zelt ab.
Manche, wie SPD-Ott - und auch der Verfasser eines kölschen Gedichts, das am 20. Oktober auf Rote Fahne News veröffentlicht wurde - appellieren an die vermeintlich soziale Tradition der Familie: „Wat mössen dat für Drecksäck sin, die hück do sin em Vorstand drin. Dä Alfred drieht sich em Jrab eröm, et kann nit en singem Interesse sin.“ Dabei war Alfred Dumont, die frühere Generation der Familie, genauso profitgierig wie seine Kinder heute. Nurum größere Arbeitskämpfe zu vermeiden, musste er ihnen Zugeständnisse machen! An der kämpferischen und gut organisierten Tradition gilt es anzuknüpfen und zu kämpfen - wie ein Kollege sagte: „Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen!“