Pressemitteilung

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Das Neueste von der Stadt Gelsenkirchen: Ein Willkommensgruß der besonderen Art

Alassa Mfouapon, Bundessprecher des Freundeskreises Flüchtlingssolidarität in SI, hat endlich das Recht bekommen, in seine Wahlheimat Gelsenkirchen zu ziehen. Seit 2020 lehnte das die Ausländerbehörde Gelsenkirchen ab, obwohl sie keine Kosten gehabt hätte, da er eine Ausbildung zum Mediengestalter machte, die er nun erfolgreich abgeschlossen hat und einen Arbeitsvertrag hat.

Freundeskreis Flüchtlingssolidarität
Das Neueste von der Stadt Gelsenkirchen: Ein Willkommensgruß der besonderen Art
Alassa Mfouapon (rechts) im Kreise seiner Kolleginnen und Kollegen bei der Feier anlässlich neuer Räumlichkeiten seines Arbeitsplatzes (rf-foto)

In der Zwischenzeit musste er pendeln, zahlte Miete und war in Ravensburg gemeldet, an den Ausbildungstagen wohnte er hier bei Freunden. Nach Abschluss der Lehre lehnte die Ausländerbehörde Ravensburg ihm noch die Aufenthaltsgenehmigung ab und drohte mit Abschiebung, was sie aber zurücknehmen musste.¹

 

Endlich sollten die Schikanen ein Ende haben. Frohgemut ging Alassa Mfouapon zum Bürgerzentrum und meldete sich in Gelsenkirchen an. Doch was passiert? Die Stadt schickt einen Willkommensgruß der besonderen Art: Ein Schreiben der Bußgeldstelle, die von Alassa Mfouapon eine Anhörung und Strafe verlangt, weil er seit 2020 in Gelsenkirchen wohnen würde, ohne gemeldet zu sein! Welche erneute unverschämte Schikane, nachdem es ja die Stadt Gelsenkirchen war, die das verhindert hatte! Absurdistan lässt grüßen. Wenn die Stadtverwaltung sich lächerlich machen will, dann soll sie das tun, aber nicht auf Kosten der Bürger und von Flüchtlingen, die es wahrhaft schon schwer genug haben im Leben. Wir fordern, dass das Schreiben der Bußgeldstelle umgehend zurückgenommen wird und eine Entschuldigung bei Alassa Mfouapon!

 

Da hört man immer, die Stadtverwaltung sei völlig überlastet, aber für solch ein Schmierentheater ist Zeit und Geld da. Ob die Stadtbürokratie kurz vor Halloween vor einem solidarischen und kämpferisch engagierten, offensichtlich erfolgreich integrierten Flüchtling in Gelsenkirchen das Gruseln gepackt hat? Oder will sie ihr Image aufbessern - mit einem satirischen Auftritt bei Der reale Irrsinn von Extra3?

 

Dazu würde passen, dass Gelsenkirchen erst kürzlich einem Flüchtling eine Rechnung über fast 13.000 Euro für seine Abschiebung nach Nigeria übermittelt hat. Dieser hatte hier Arbeit, in seiner Heimat aber hat er kein Cent. Wir glauben nicht an Zufall. Offensichtlich macht sich die Stadtspitze die Rechtsentwicklung zu eigen, wie sie von der EU und zuletzt mit dem unsäglichen Gesetzentwurf der SPD-FDP-Grünen-Bundesregierung vorangetrieben wird.² In Gelsenkirchen bekommen nicht nur Alassa, sondern auch der Freundeskreis Flüchtlingssolidarität und andere fortschrittliche Kräfte immer wieder Steine in den Weg gelegt, werden diffamiert. So verweigerten alle Parteienvertreter der Bezirksregierung West, außer der Linken, aus antikommunistischen Motiven einen Antrag im Bürgerforum auf Unterstützung für ein Musikfestival des Freundeskreises.

 

Genug ist genug!

Weg mit dem Bußgeldverfahren gegen Alassa Mfouapon!

Für eine solidarische Willkommenskultur!

Bekämpft die Fluchtursachen, nicht die Flüchtlinge!

 

Wir wollen unseren Protest der Stadtverwaltung zeigen: Am Montag, 6. November, um 15.30 Uhr, vor dem Hans-Sachs-Haus. Kommt zahlreich!