Kundgebung in der Stadtmitte
Gera: Die meisten lehnen den israelischen Bombenterror auf Gaza ab
Im Namen des Internationalistischen Bündnisses organisierten wir am 16.10. eine kleine Kundgebung im Stadtzentrum von Gera unter dem Motto „Stoppt den Flächenbrand in Nahost“.
Am Vortag gaben wir eine Presseerklärung heraus. Wir verteilten die Erklärung des ZK der MLPD vom 10.10. und führten einen Info-Tisch mit Büchern zum Thema, Material von der MLPD und Solidarität International (SI) e.V. durch. Ein Freund brachte ein selbst-gemaltes Transparent mit: „Gerechtigkeit für Palästina – Nein zum Antisemitismus“. Viel gelesen wurde die Stelltafel mit den Losungen: Schluss mit der völkerrechtswidrigen Bombardierung von Zivilisten und Kindern im Gaza-Streifen! Kein Fußbreit für faschistische Organisationen wie Hamas! Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf!
Es gab einige Beiträge am offenen Mikrofon zur Verurteilung der israelischen Aggression, zum historischen Hintergrund, zur Auseinandersetzung mit der demagogischen Gleichsetzung der Kritik an Israels heutiger Regierung mit „Antisemitismus“, um die Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf zu diffamieren. Es ist gut, dass Menschen wie der jüdische Dirigent Barenboim auch in dieser Situation für freundschaftliche Beziehungen zwischen Juden und Palästinensern eintritt. Verschiedene Beiträge berichteten von Gesprächen mit Passanten. Darin kam das Entsetzen über die Gewalt zum Ausdruck, der Wunsch, dass die Menschen in Frieden miteinander leben, und die Angst vor einer weiteren Verschärfung der Gefahr eines dritten Weltkrieges mit einem Flächenbrand im Nahen Osten. Mehrere Beiträge betonten, das die Wurzel dafür letztlich im Kapitalismus liegt. Keiner der Gesprächspartner verteidigte den Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen durch Israel. Es ist Bestandteil der psychologischen Kriegsführung, wenn in t-online Nachrichten und der Bild-Zeitung am selben Tag behauptet wird: “Deutsche stehen mehrheitlich hinter Israel“. Dabei wird mit manipulierten Umfrageergebnissen der drohende Genozid an Palästinensern als „Selbstverteidigungsrecht“ Israels dargestellt. Tatsächlich erlebten wir, dass der Vertrauensverlust in die Ampelkoalition auch Zweifel und Ablehnung gegen ihre unkritische Unterstützung Israels nährt. Öfters sagten Leute im Vorbeigehen, „Ihr habt Recht“. Besucher aus Indien filmten den Stand und eine Kurzansprache zum Standpunkt der MLPD, den sie teilten.
Es zeigte sich auch, dass viel Aufklärungsarbeit notwendig ist, besonders unter der Jugend. Ein arabischer Jugendlicher leugnete, dass Hamas Zivilisten brutal getötet hatte, hörte sich aber auch unsere klare Verurteilung ihres faschistischen Charakter an. Ein Junge meinte, es ginge ihn alles nichts an, hörte aber zu als man ihm erklärte, wie stark die Bundesregierung am Ukrainekrieg beteiligt ist und dass diese Politik auch seine Zukunft aufs Spiel setzt. Wir haben 100 Flugblätter verteilt, und einige neue Kontakte gewonnen.