Erfurt, Hamburg, Stuttgart

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Courage-Frauen: Warum zu den Herbstdemos der Bundesweiten Montagsdemobewegung?

Die bundesweite Montagsdemobewegung führt am Samstag, dem 28. Oktober, ab 11 Uhr ihre jährliche Herbstdemonstration gegen die Regierungspolitik in Form von drei überregionalen Demonstrationen in Erfurt (Auftakt am Anger), Hamburg (Auftakt an der Glacischaussee/Ecke Millerntor) und Stuttgart (Auftakt am Schlossplatz) durch.

Von bl

Sie stehen unter dem Motto „Nicht die Faust in der Tasche ballen, sondern mit klarem Blick den Protest gegen die Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten auf die Bevölkerung auf die Straße tragen!“ Siehe dazu auch Warum zu den Herbstdemonstrationen der Bundesweiten Montagsdemobewegung.

 

Eine Aktivistin in der kämpferischen Frauenbewegung aus Frankfurt berichtet, dass es bei den Treffen im überparteilichen Frauenverband Courage so richtig raussprudelt, was den Frauen alles auf dem Herzen liegt, wie sie die gegenwärtige Situation aufwühlt und beschäftigt. Jede hat eine oder mehrere Rechnungen mit der Regierung offen. Da ist die mehrfache Mutter, die als Rentnerin jeden Cent umdrehen und z.B. eine notwendige Zahnsanierung in Raten abzahlen muss und noch versucht, einen Teil ihrer Söhne zu unterstützen.

 

Einer ihrer Söhne verlor durch eine COVID-19-Erkrankung seine Konzentrationsfähigkeit und in Folge seine Arbeit. Sie sagt: „Das Schlimmste ist nicht die Krankheit, sondern die tiefe Existenzangst und fehlende Perspektive und das ist gesellschaftlich bedingt. Der Regierung sind diese Menschen egal.“

 

Einer anderen Frau machen die Arbeitsbelastung und die schlechte Bezahlung als Pflegekraft in einem Pflegeheim zu schaffen. Zwei Frauen kämpfen für eine würdevolle Pflege für einen schwer erkrankten, alleinstehenden Freund und sind in seiner Betreuung aktiv. Für eine menschenwürdige Pflege und gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung für die Pflege auf die Straße zu gehen, ist ein gemeinsames Anliegen. Eine weitere Frau musste verreisen, um ihre kranke Mutter zu unterstützen und ihrer Schwester bei der Kinderbetreuung zu helfen.

 

Die ganze Frage der für den Kapitalismus unerlässlichen bürgerlichen Familienordnung und ihrer Folgen für die Frauen ist ein großes Thema, das bei der Herbstdemo eine Rolle spielen muss. Die jüngste Courage-Frau will die Lage der Studierenden – gerade auch der weiblichen - mit zur Herbstdemo nehmen. Und die Zukunft der Jugend liegt allen am Herzen und ist bzw. wäre ein Grund mit zu de-monstrieren. Einige können wegen Schichtarbeit oder gesundheitlichen Einschränkungen nicht mit.

 

Alle beschäftigt der Krieg in Israel/Palästina, der berechtigte Kampf der palästinensischen Bevölkerung für Freiheit, gegen Besatzung und elende Lebensbedingungen, aber auch das menschenverachtende Vorgehen der faschistischen Hamas und der israelischen Regierung. Eine Frau, die den Krieg in Ex-Jugoslawien erlebt hat, ist entsetzt über den Hass, der zwischen der israelischen und der palästinensischen Bevölkerung geschürt wird.

 

Ermutigend ist, dass sich Stimmen dagegen erheben, wie die Mutter eines von der Hamas getöteten Jugendlichen. Sie erklärt: „Mein Sohn La'or wurde letzte Woche von Hamas-Terroristen ermordet. Ich habe diesen Appell für Liebe und Heilung statt für Rache verfasst, weil ich nicht möchte, dass andere Mütter den unerträglichen Schmerz erleben müssen, den ich durchmache." (https://youtu.be/ERjkto7g4U4?feature=shared)