Tübingen

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Kundgebung „Stoppt die Spirale der Gewalt im Nahen Osten“

„Stoppt die Spirale der Gewalt im Nahen Osten“ lautete der Titel der Kundgebung, zu der der Arbeitskreis Palästina der Evangelischen Studierendengemeinde Tübingen aufgerufen hatte.

Korrespondenz

 Am 13. Oktober fand in Tübingen eine insofern bemerkenswerte Solidaritätskundgebung mit dem palästinensischen Volk statt, als in den Redebeiträgen sowohl die völkerrechtswidrige Aggression der Hamas als auch die jahrzehntelange systematische Unterdrückung des palästinensischen Volkes angeprangert und grundsätzlich verurteilt wurden.


Weit über 200 Menschen waren gekommen, darunter viele Palästinenser mit Fahnen und Palästinensertüchern, aber auch ein Dutzend mit dem Staatswappen Israels auf Pappe. Fahnen von Solidarität International und der MLPD / ICOR waren zu sehen.


Von der Moderatorin, die seit Jahrzehnten in Solidarität mit dem Kampf der Palästinenser steht, ging von Anfang an eine positive Streitkultur aus, indem sie betonte, dass wir alle solidarisch auf der Seite der Opfer beider Seiten stehen. Als Vorbild wurde die israelische Rechtsanwältin Felicia Langer aus Tübingen genannt, die bis zu ihrem Tod eine mutige Kämpferin gegen das Apartheidsystem der israelischen Regierungen und für die Befreiung Palästinas war. So wurde selbstbewusst darauf hingewirkt, dass es zu keiner Eskalation kam. Bis auf zwei Zwischenrufe zu Beginn der Kundgebung blieb die gesamte Veranstaltung ruhig und sehr solidarisch, trotz der teilweise aufgeladenen Stimmung zwischen den verschiedenen Gruppierungen und Gemeinschaften, die auch in Tübingen zu spüren ist.

 

Der Palästinenser Fadi al-Masri aus Tübingen: “Mein Volk hat 75 Jahre Vertreibung, 56 Jahre Besatzung, 30 Jahre gescheiterte Friedensverhandlungen und 17 Jahre Belagerung in Gaza erlebt“, und zum Schluss: “Mein Herz schlägt für Palästina, und das hat nichts mit Antisemitismus zu tun!“ Lauter Applaus und Pfiffe aus der Menge.


Eine andere Rednerin prangerte die Politik aller Bundesregierungen der letzten Jahre und Jahrzehnte an, die nichts getan haben, um das Leben der Palästinenser zu verbessern und auch die israelische Regierung dafür zu kritisieren. Eine beeindruckende Kundgebung, auf der uns die Erklärung des Zentralkomitees der MLPD förmlich aus den Händen gerissen wurde, ging zu Ende - mit dem gewachsenen Bewusstsein, dass der Kampf für die Befreiung Palästinas niemals auf der Grundlage eines kleinbürgerlichen Nationalismus geführt werden kann, sondern in einem gemeinsamen demokratischen Staat, in dem Gleichberechtigung, gegenseitiger Respekt und Vertrauen ohne Diskriminierung herrschen. Letzten Endes kann und wird dies nur ein sozialistischer Staat sein.

 

Hier geht es zur Erklärung des Zentralkomitees der MLPD