Israel bereitet Bodenoffensive vor
Wie sollen 1,1 Millionen Menschen binnen 24 Stunden den nördlichen Gazastreifen verlassen?
Die israelische Armee hat die Bevölkerung des nördlichen Gazastreifens aufgefordert, dieses Gebiet binnen 24 Stunden zu verlassen. Laut UN betrifft das ungefähr 1,1 Millionen Menschen.
Der Nahostexperte Peter Lintl: "Wenn wir nicht von einer Flucht Hals über Kopf sprechen, ist es kaum möglich, das logistisch sinnvoll abzuwickeln. Die Frage ist auch, wo sollen die Flüchtenden hin? Ägypten hat noch nicht die Grenzen geöffnet und hat angekündigt, nur 2.000 Flüchtlinge pro Tag aufzunehmen." Es ist menschenverachtend, wie Israel eiskalt seine Bodenoffensive plant.
Der Sprecher der israelischen Armee erklärte gestern im Deutschlandfunk, dass er auch Schulen und Kindergärten für "legitime Ziele" hält, weil darunter Tunnel der Hamas sein könnten. Die "wertebasierte Außenpolitik" der deutschen Bundesregierung unterstützt jetzt also die Bombardierung von Schulen im Namen des Antiterrorkampfes? Bestechend ist auch sein Umgang mit der Kritik daran. Denn, dieses Vorgehen verstößt laut UN natürlich gegen das Völkerrecht. Auf der Homepage des Deutschlandfunk heißt es nach der Sendung wörtlich: "Arye Sharuz Shalicar, Sprecher der israelischen Armee, erwidert: „Jede Kritik hören wir uns, wenn alles vorbei ist, gerne an."
Im Gazastreifen leben ca. 1,2 der 2 Millionen Menschen in Flüchtlingslagern. Diese gehören zu den dichtbesiedeltsten Orten der Welt. Die "Warnung" der israelischen Armee, die Zivilisten sollten in den Süden fliehen, ist an Zynismus kaum zu überbieten.
Es braucht Protest und Klarheit und in Zeiten der drohenden Kriminalisierung jeder Solidarität mit dem berechtigten Befreiungskampf des palästinensischen Volkes, wozu nicht der faschistische Terror der Hamas gehört, Rückgrat.