UAW

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Solidaritätserklärung an die streikenden Automobilarbeiterinnen und -arbeiter in den USA

Aktive und ehemalige Mercedes-Arbeiterinnen und -Arbeiter sowie Gewerkschafter schickten von einem "Grillfest der Solidarität" im Rems-Murr-Kreis bei Stuttgart eine Solidaritätsbotschaft an die streikenden Kolleginnen und Kollegen der United Auto Workers (UAW). "Rote Fahne News" dokumentiert sie.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

mit großem Interesse und Sympathie verfolgen wir Automobilarbeiterinnen und -arbeiter Euren seit drei Wochen andauernden Streik. Es ist genau richtig, dass Ihr erstmals seit Jahrzehnten gegen die „Big Three“ Ford, GM und Stellantis gemeinsam für Eure Forderungen die Arbeit niedergelegt habt: für 36 Prozent mehr Lohn auf vier Jahre, die Verkürzung der Arbeitszeit auf 32 Stunden als Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich, zur Verteidigung der Arbeitsplätze bei der Umstellung auf E-Autos u.a.m..

 

Auch wir Mercedes-Arbeiter haben mit der anhaltenden Inflation zu kämpfen, die unsere Reallöhne aushöhlt. Geht es nach unserem Konzernvorstand, soll die höhere Produktivität beim E-Antrieb die Rekordprofite weiter erhöhen, indem massiv Arbeitsplätze vernichtet werden und die Produktion im ostdeutschen Werk Kölleda geschlossen wird. Euer Streik macht uns Mut, den Kampf um Lohnnachschlag und für die weitere Verkürzung auf 30-Stunden in der Woche bei vollem Lohnausgleich vorzubereiten und zu organisieren. Unterstützen wir uns gegenseitig in unseren Kämpfen gegen die internationalen Konzerne und Regierungen als deren Dienstleister.

 

„Stand up!“ oder wie wir sagen: „Wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still!“

 

Wir wünschen Euch viel Erfolg! 

 

Aktive und ehemalige Mercedes-Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Gewerkschafter bei einem Grillfest der Solidarität im Rems-Murr-Kreis bei Stuttgart

 

Englisch

Stuttgart / Germany, October 9, 2023

 

Dear colleagues,

 

We automotive workers have been following your strike, which has been going on for three weeks, with great interest and sympathy. It is exactly right that for the first time in decades you have stopped work together against the "Big Three" Ford, GM and Stellantis for your demands: for 36 per cent more pay over four years, the reduction of working time to 32 hours as a four-day week with full pay compensation, to defend jobs in the conversion to e-cars, and much more.

 

We Mercedes workers are also struggling with the continuing inflation that is eroding our real wages. If it is up to our company board, the higher productivity of the E-drive is supposed to further increase the record profits by massively destroying jobs and closing the production in the East German plant in Kölleda.

 

Your strike encourages us to prepare and organize the struggle for a wage increase and for the further reduction to 30 hours a week with full wage compensation. Let us support each other in our struggles against the international corporations and governments, as their service providers. "Stand up!" or as we workers say here: "If your strong arm we will stand stills it, all wheels stand still!"

 

We wish you every success!

 

Active and former Mercedes workers and trade unionists taking part in a barbecue of solidarity