Mercedes-Benz Stuttgart-Untertürkheim

Mercedes-Benz Stuttgart-Untertürkheim

Viele Kollegen solidarisch mit streikenden US-Automobilarbeitern

Heute wurde an verschiedenen Toren bei Mercedes-Benz in Stuttgart-Untertürkheim ein Flugblatt der MLPD verteilt, das zur Solidarität und Unterstützung des Streiks der Automobilarbeiter in den USA aufrief.

Von wb

Das war auch schon deshalb wichtig, weil viele Arbeiterinnen und Arbeiter wenig oder nichts von dem Streik, seinen Zielen und Methoden wussten. Warum eigentlich? - fragte ich Kollegen. „Liegt es daran, dass dieser erste Streik bei GM, Ford und Stellantis nicht Mut  und Schule machen soll?“ „Hm, ja, da könntest du Recht haben“, war eine Antwort.

 

Doch in der Frage, wie sich die Automobilarbeiter hier zu dem Streik verhalten sollen, gab es zwei Richtungen: die einen Kollegen begrüßten den Streik, unterschrieben auf der mitgebrachten Solidaritätserklärung an die Gewerkschaft UAW und einzelne bedankten sich für die Aktion. Wir verankerten dabei mit Hilfe des Rote-Fahne-Magazins zur 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz bewusst die Parole „Kein Streik darf alleine bleiben“.

 

Die andere Richtung bildeten die Arbeiter, die bei der Aufforderung, sich über den Streik der US-Kollegen zu informieren und ihre Solidarität zu zeigen, nur abwinkten: interessiert mich nicht, uns hilft auch keiner, bis hin zu einem der uns nachrief, dass es nur gut wäre, wenn die US-Konkurrenz mit dem Streik geschwächt würde. Dass die Streikenden mit ihren Forderungen nach höheren Lohn oder der 32-Stundenwoche zum Erhalt der Arbeitsplätze für die gleichen Ziele kämpfen, brachte einige Kollegen zum Nachdenken. Ebenso das Argument, dass wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen dürfen, was nur Mercedes-Chef Ola Källenius nützt.

 

Diese Auseinandersetzung bestärkte uns darin, dass Solidarität, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Kämpfe über Ländergrenzen hinweg bewusst gegen die spalterische Wirkung der Propaganda "Mein Betrieb, mein Land zuerst" verankert und organisiert werden müssen.

 

Am Motorenwerk Cannstatt haben 25 Kollegen unterschrieben.