Lebhafte Auseinandersetzungen bei der Verteilung der ZK-Erklärung der MLPD

Lebhafte Auseinandersetzungen bei der Verteilung der ZK-Erklärung der MLPD

„Danke, dass ihr das macht“

„Gegen einen Flächenbrand im Nahen Osten“ lautete die Ansprache unserer Wohngebietsgruppe am Stuttgarter Ostendplatz, als wir am 14. Oktober die Erklärung des Zentralkomitees der MLPD zur gefährlichen Zuspitzung des Krieges Israels gegen die Bevölkerung im Gazastreifen verteilten.

Korrespondenz aus Stuttgart

Bei unseren Gesprächspartnern hörten wir überwiegend große Besorgnis über die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen, die durch die israelische Blockade ausgelöst wurde. Und zu unserer anfänglichen Überraschung gab es eine breite Ablehnung der imperialistischen Aggressionspolitik Israels und viel Mitgefühl für die Palästinenser.

 

Offenbar verfängt die von der Bundesregierung ständig wiederholte Beteuerung der „unverbrüchlichen Treue zu Israel“ nicht. Im Gegenteil: Die meisten Gesprächspartner waren empört über die jahrzehntelange Ausgrenzung der Palästinenser durch die Apartheidpolitik des israelischen Imperialismus. Auch waren wir uns oft einig, dass die Weltkriegsgefahr durch den Aufmarsch von US-Truppen vor der israelischen Küste wächst. Die eigentliche Ursache für die Aggression Israels gegen das palästinensische Volk wurde im Kampf um die Verfügungsgewalt über die Erdöl- und Erdgasvorkommen im Nahen Osten gesehen.


Besonders interessant waren dann die Auseinandersetzungen um einen grundsätzlichen Ausweg aus imperialistischer Ausbeutung und Unterdrückung. Ein IT-Fachmann von Daimler Untertürkheim sah wie ich die Notwendigkeit einer planmäßigen Produktion zur Befriedigung der wachsenden Bedürfnisse der Völker statt Profitmaximierung. Wir waren uns einig, dass dies im Kapitalismus unmöglich ist. Die Hamas war für ihn in erster Linie die Frage einer religiös verbrämten faschistischen Ideologie.

 

Das wiederum führte uns zu der Feststellung von Karl Marx: „Die herrschende Ideologie ist immer die Ideologie der Herrschenden“. Er widersprach nicht, als ich daraus schloss: Im Sozialismus ist die Freiheitsideologie des Marxismus-Leninismus die herrschende Ideologie. Ihr Träger ist das herrschende Proletariat. Bei so viel Übereinstimmung stellte ich ihm die Frage, was ihn daran hindere, in die MLPD einzutreten. Seine Zweifel am eigenen Engagement blieben schwammig. Aber er will mit uns in Kontakt bleiben, ebenso wie ein Syrer und zwei Auszubildende. Ablehnung der MLPD gab es insgesamt nur sehr selten. Ein Gesprächspartner bedankte sich: „Danke, dass ihr das macht.“