AfD
Wird die AfD bald für den Schauspielpreis nominiert?
Glaubt man der rassistischen und faschistoiden AfD im Vorfeld der Landtagswahlen in Hessen und Bayern, dann dürfte sich das Spitzenpersonal der Partei derzeit nur noch in Ritterrüstung auf die Straße trauen.
So soll Alice Weidel einen Wahlkampftermin wegen eines „sicherheitsrelevanten Vorfalls“ nicht wahrgenommen haben (mehr hier). Von einem „bedrohlichen Vorfall an ihrem Schweizer Wohnort“, dem Aufenthalt in einem Safehouse und dem Einsatz einer Schweizer Spezialeinheit ist seitens der Wegbereiterin des Faschismus in Deutschland die Rede.
Parteichef Tino Chrupalla soll bei einem Wahlkampfauftritt in Ingolstadt tätlich angegriffen worden sein und musste nach Parteiangaben ins Krankenhaus. Von einem Aufenthalt auf der Intensivstation will die AfD wissen.
Zu den Fakten:
Für die Veranstaltung mit Weidel wurde seitens der AfD Oberfranken noch geworben, als dieser „sicherheitsrelevante Vorfall“ bereits eingetreten war. Nämlich am 26. September. Der Vorfall soll sich am 23. September ereignet haben. Die Besucher der Veranstaltung, auf der Weidel hätte sprechen sollen, bekamen sie dann aus Mallorca zugeschaltet. Ein merkwürdiger Ort für ein Safehouse, zumal Weidel kurz darauf öffentlich in einem Strandrestaurant gesehen wurde. Pikant: Vor ihrer Abreise nach Mallorca war Weidel noch zur Bundestagssitzung nach Berlin gereist. Mehrere Zwischenrufe von ihr sind im Plenarprotokoll verzeichnet. Medienberichten zufolge besuchten ihre beiden Kinder in dieser Zeit ganz normal die Schule - ohne Polizeibegleitung.
Dass Chrupalla bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ingolstadt hinter der Bühne zusammenbrach und ins Krankenhaus musste, dürfte der Wahrheit entsprechen. Von einem „tätlichen Vorfall“, den die AfD-Bundesgeschäftsstelle am selben Tag medienwirksam öffentlich machte, kann nach derzeitigem Stand jedoch nicht die Rede sein. Nach übereinstimmenden Aussagen der Anwesenden hatte Chrupalla mit einigen Fans Selfies gemacht, wobei es logischerweise zu leichtem Körperkontakt gekommen war. Das war der einzige Körperkontakt, der an diesem Abend in Bezug auf den AfD-Chef zu verzeichnen war. Nicht einmal seine Personenschützer haben etwas von einem Angriff mitbekommen. Berichte, nach denen Chrupalla eine leichte Einstichstelle - wie von einer Spritzenkanüle - am Arm haben soll, sind noch nicht bestätigt. Das Ergebnis einer Blutuntersuchung steht noch aus.
Mit diesem Schmierentheater, für das sie nicht einmal einen Kleinkunstpreis verdient hätte, versucht die AfD-Spitze, sich im Vorfeld zweier Landtagswahlen als Opfer darzustellen.