Erklärung der deutschen Koordinierungsgruppe der IAC
Organisiert die Solidarität mit dem Streik der Autoarbeiter und -arbeiterinnen in den USA
Auf der Webseite der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung (IAC) ist unter der Überschrift "Organisiert die Solidarität mit dem Streik der Autoarbeiter und -arbeiterinnen in den USA" eine aktuelle Erklärung der deutschen IAC-Koordinierungsgruppe erschienen.
Die Kolleginnen und Kollegen der United Auto Workers (UAW) bestreiken in den USA jetzt schon seit zwei Wochen die „Big Three“ mit den völlig berechtigten Forderungen nach 36% Lohnerhöhung für vier Jahre und für die 32-Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich sowie gegen schlechtere Lohngruppen. Schon diese Forderungen zeigen, dass sie sich der Propaganda, „dann werden die Autos in China oder anderswo gebaut“ nicht unterordnen und sie zu keinem Verzicht bereit sind. Diese Auseinandersetzung betrifft alle Automobilarbeiter, egal ob in den USA, Asien oder hier.
Dass US-Präsident Biden die Streikenden besucht und sich bei ihnen einschleimt, ist eine Heuchelei höchsten Grades. Er ist doch selbst Vertreter des Finanzkapitals und hatte 2009 als Vizepräsident die Massenentlassungen bei GM und Chrysler mit Milliarden-Subventionen beschleunigt. Ob er damit die erwünschten Wählerstimmen und mehr Vertrauen in die Regierung erreicht, ist fraglich. So leicht lassen sich die Arbeiter nicht aufs Glatteis führen.
Wenn Trump droht, dass egal wieviel sie von den Lohnforderungen bekommen, in zwei Jahren die Arbeiter weg sein werden, dann zielt er auf eine Demoralisierung der Belegschaften ab.
Dem setzen wir die internationale Solidarität und den Zusammenhalt der Automobilarbeiter weltweit entgegen. Organisiert sind wir eine nicht zu bezwingende Kraft.
„Kein Kampf darf mehr alleine bleiben“ - mit diesem Motto organisieren wir unter den Automobilarbeiterinnen und -arbeitern in Deutschland breit die Solidarität und gegenseitige Unterstützung. Schicken wir Erklärungen und Videos an die Streikenden. Und vor allem: lassen wir keinerlei Streikbrecherarbeiten zu. Die beste Unterstützung sind Versammlungen, verschiedene Aktionen bis zu Solidaritätsstreiks.
Es sind die gleichen Fragen, die bei uns zu klären sind: Unterordnung unter einen sozialchauvinistischen Kurs „unser Betrieb zuerst“ bzw. „Deutschland zuerst“ oder stattdessen die internationale Arbeitereinheit für bessere Arbeitsbedingungen, Schutz der natürlichen Umwelt und gegen Kriege der Imperialisten.
Der Streik stellt auch unsere zentrale Forderung für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich wieder mehr in den Fokus. Diese Forderung hat gerade in der gegenwärtigen Strukturkrise im Zusammenhang mit der Umstellung auf E-Mobilität große Bedeutung. Statt Massenentlassungen zugunsten des Maximalprofits der Autokonzerne muss der geringere Aufwand für E-Autos den Arbeitern zugute kommen! Wir brauchen die Arbeitszeitverkürzung für unsere Gesundheit und Zeit für Familie, aber auch gesellschaftliches und politisches Engagement. Verbreitet dazu unsere Aufkleber und Buttons. Sammelt dafür Spenden und für die Streikenden!
Angesichts der wachsenden Ausbeutung, Umweltzerstörung und Weltkriegsgefahr wird der Kampf für eine gesellschaftliche Alternative ohne Ausbeutung und Unterdrückung immer dringender.
Koordinierungsgruppe
i. A. Michael Weidner
Ursprünglich erschienen auf der Webseite der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung