USA
Breiteste Unterstützung für den "STAND UP"-Streik der UAW
Der Streik der UAW-Arbeiter gegen die drei großen Automobilhersteller macht die Arbeiterinteressen in den USA insgesamt zum Thema und stärkt das Ansehen der Gewerkschaftsbewegung. Jetzt hat eine Umfrage gezeigt: Die Mehrheit der US-Amerikaner unterstützt die Streikenden!
Arbeiterrechte sind in den USA jetzt Thema: In einer Reuters-Ipsos-Umfrage gaben rund 58 Prozent der Befragten an, sie unterstützten den so genannten "STAND UP"-Streik ("STEHT AUF") der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) bei den drei großen Detroiter Automobilherstellern.
Das pathetische Buhlen sowohl von Biden als auch Trump um die Arbeiterinnen und Arbeiter und ihre Versuche, dabei eine sozialchauvinistische Denkweise unter ihnen zu verbreiten oder sie gegen den Umweltkampf aufzuwiegeln, zeigen, wie sehr die Monopole in diesem Arbeitskampf in die Defensive geraten sind.
Breite Unterstützung für UAW-Streik erfasst Anhänger von Demokraten und Republikanern
Auch unter den Anhängern der beiden großen US-Parteien überwiegt die Zustimmung für den Streik. 72 Prozent der Demokraten und 48 Prozent der Republikaner sprechen sich dafür aus. Selbst bei den Republikanern eine Mehrheit: 47 Prozent lehnen den Streik ab. Der Druck aus den Massen ist so groß, dass sogar einige republikanische Repräsentanten erklärten, die Forderungen der Gewerkschaft nach 40 Prozent Lohnerhöhung und einer Abschaffung des gestaffelten Lohnsystems zu unterstützen. Die Gewerkschaftsführung positioniert sich kämpferisch.
Der UAW-Vorsitzende Shawn Fain erklärte auf einer Kundgebung in Detroit Anfang des Monats gegen die Hetze der Monopolvertreter kämpferisch: "Wir werden die Wirtschaft nicht ruinieren (…) Wir werden ihre Wirtschaft ruinieren, weil sie nur für die Milliardärsklasse funktioniert". Damit vermeidet es Fain zwar, Kapitalismus und Monopolkapital beim Namen zu nennen, gibt aber trotzdem eine klare Richtung vor. Die Interessen der Autombilarbeiter kann man nicht gegen die Interessen der breiten Massen ausspielen.
Am 4. Oktober begann der größte Streik in der Geschichte des US-Gesundheitswesens. 75.000 Angestellte legten unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen die Arbeit nieder! Die UAW erklärte sich sofort solidarisch.
Solidaritätserklärung der UAW mit den Kaiser-Angestellten
"Heute stehen wir in Solidarität mit den 75.000 Mitgliedern unserer Gewerkschaftsfamilie, die bei Kaiser streiken. Ob sie in einem Krankenhaus, hinter einem Schreibtisch oder am Fließband arbeiten, ihr Kampf ist unser Kampf. Wir alle verdienen Würde am und außerhalb des Arbeitsplatzes. Wir alle verdienen eine Zukunft für unsere Familien. Wir alle verdienen unseren gerechten Anteil an der Wirtschaft, die wir als Werktätige schaffen und betreiben. An unsere Gewerkschaftsfamilie, die bei Kaiser streikt: Die UAW steht hinter euch."
Die drei großen Automobilhersteller erhöhen derweil den Druck auf die streikenden Arbeiter, indem sie die nicht streikenden und nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeiter in den Zulieferer-Betrieben bluten lassen. Ford, General Motors und Stellantis haben „vorübergehend“ fast 4.000 nicht streikende Arbeiter entlassen - aber damit führen die Monopole den Arbeitern letztlich doch nur vor Augen, wie wichtig es ist, sich in der Gewerkschaft zu organisieren und sich an einer kämpferischen Gewerkschaftspolitik aktiv zu beteiligen!