Geschichte
Beinahe-Atomkrieg 1983: Atomwaffeneinsatz in letzter Minute verhindert
Wie bekannt, ist durch den Ukraine-Krieg und den zunehmenden Kampf der imperialistischen Staaten um die Weltherrschaft gegenwärtig die Weltkriegsgefahr so hoch wie nie nach dem Zweiten Weltkrieg. Kaum jemand weiß, dass es 1983 durch einen Fehlalarm beinahe eine weltweite atomare Katastrophe gegeben hätte.
Was war geschehen?
In der Satellitenüberwachungsanlage der Sowjetunion, rund 100 Kilometer südlich von Moskau, tritt Oberstleutnant Stanislaw Petrow am Abend seinen Dienst an. Die Überwachung des gegnerischen Luftraums liegt in seiner Verantwortung, weil er die Schicht für einen verhinderten Kollegen übernommen hat.
Um 0:15 Uhr meldet das computergesteuerte russische Frühwarnsystem den Start einer US-Atomrakete in Nordamerika. Die russischen Streitkräfte machten sich bereit, einen Gegenschlag auszulösen. Doch Petrow ist skeptisch. Die Angriffsszenarien des Kalten Kriegs gehen bei einem Erstschlag mit Atomwaffen von einem Raketenhagel aus. Er meldet deshalb einen Fehlalarm. Als Petrow mit dem Generalstab telefoniert, zeigt der Computer vier weitere Raketenstarts an. Seinem Vorgesetzten erklärt Petrow, auch dies sei ein falscher Alarm. Er kläre, was gerade passiert sei.
Es war die Zeit des "Kalten Krieges" und der US-Präsident Ronald Reagan hatte die Sowjetunion als "Reich des Bösen" beschimpft. Gemäß des NATO-Doppelbeschlusses wollten die Amerikaner in Westeuropa Pershing-II-Raketen stationieren. Sie seien ein Ausgleich zu den SS-20-Atomraketen, die die Sowjetunion in Osteuropa aufgebaut hatte. Eine militärische Eskalation war nicht auszuschließen.
Nur durch die berechtigte Skepsis gegenüber der Computertechnik hat Petrow dagegen eingegriffen. Das Überwachungssystem hatte Reflexionen des Sonnenlichts an Wolken über einer amerikanischen Luftwaffenbasis als Raketenstarts fehlinterpretiert.