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Katholische Kirche: Missbrauch und kein Ende

Ende September wurde bekannt, dass der ehemalige Ruhrbischof Franz Kardinal Hengsbach (gestorben 1991) ein Missbrauchstäter war.

Von jgä
Katholische Kirche: Missbrauch und kein Ende
Aktion der Giordano-Bruno-Stiftung vor dem Kölner Dom 2021

In Essen hatte er ein Denkmal und ein Platz wurde nach ihnm benannt. Das Denkmal ist inzwischen abgebaut, der Platz soll umbenannt werden. Also sind auch ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche betroffen.

 

Und wie geht die Katholische Kirche mit den Opfern um?  Grundsätzlich zahlt sie nur freiwilige Leisungen auf Antrag. Eine Betroffene stellte einen solchen Antrag 2016 und bekam für lebenslanges Leid mit einem kühlen formalen Schreiben 3000 € (!). 2021 wird eine UKA von der Bischofskonferenz eingerichtet (Unabhängige Kommission zur Anerkennung des Leids). An diese wendet sich die Betroffene Anfang 2021. Zugesprochen werden ihr nun 5000 €.  Allerdings werden dabei die schon gezahlten 3000 € angerechnet. Die Entscheidungsgründe bleiben verborgen.

 

Wie soll sie dann Widerspruch einlegen gegen diese unverschämt niedrigen Zahlungen ohne jede Anteilnahme an ihrem Schicksal? Ein für die Betroffenen demütigendes Verfahren. Zu 300 000 € dagegen verurteilte ein Kölner Gericht das Erzbistum Köln  in einer Zivilklage 2021, die ein ehemaliger Ministrant angestrengt hatte. Allerdings: eine Zivilklage ist anstrengend und kostet viel Geld.

 

Gegen den Vorschlag einer tatbezogenen Fallpauschale des Betroffenenbeirats der Katholischen Kirche haben sich die Bischöfe ausgesprochen. Er sollte gestaffelt von 40 000 bis 250 000 € betragen. Für die kaltherzigen Heuchler zu teuer. Auch ein angekündigter Expertenrat wird erst mal nicht eingerichtet.