Griechenland
Extreme Preissteigerung und erneut Hochwasser - die Lage ist dramatisch
Die Situation ist für die Bevölkerung sehr dramatisch. Die Erzeugerpreise in der Landwirtschaft und Viehzucht sind im Juli laut ELSTAT im Vergleich zum Vorjahr um 28,7 Prozent gestiegen.
Am stärksten stiegen die Preise für pflanzliche Produkte (31,5 Prozent): Olivenöl wurde von den Erzeugern um 92 Prozent teurer verkauft, Obst um 60 Prozent, Gemüse um 30,7 Prozent, Kartoffeln um 20,8 Prozent. Weiter wurde Getreide, das im Juni und Juli geerntet wurde, an Großhändler und Verarbeiter zu einem Preis verkauft, der fast 27 Prozent über seinem Wert lag. Olivenöl und Schafskäse gehören zu den Grundnahrungsmitteln der Griechen. Ein Fünf-Liter-Fass Olivenöl kostete letztes Jahr 29 Euro, jetzt zahlt man 50 Euro. Schafskäse, der normalerweise 6,50 Euro kostet, kostet jetzt 13 Euro. Die Wohnkosten in Griechenland sind so stark gestiegen, dass sie 60 Prozent bis 70 Prozent des durchschnittlichen Monatslohns ausmachen.
Die griechische Regierung versucht täglich in den Medien, die aktuelle Situation damit zu erklären, dass es nicht ihre Schuld sei. Ohne Scham erklärt sie: „Schuld sind die Menschen, die nicht in der Lage sind, mit ihren Finanzen umzugehen, und andere äußere Ursachen sind der Krieg in der Ukraine“. Das zweite Hochwasser in Thessalien und Evia ist gewaltig und verheerend für die Bauern. Es betrifft Thessalien und alle Menschen, die dort leben und arbeiten. Diese Region war und ist die Kornkammer Griechenlands. Bis jetzt sind 19 Menschen ertrunken.
Im Schlamm finden sich die toxischen und hochgefährlichen Belastungen von 61.000 toten Schafen und Ziegen, ca. 20.000 Schweinen, 5000 Rindern, über 100.000 Vögeln und ca. 50.000 Bienenschwärmen. Hinzu kommen nicht zählbare Nagetiere. In der ganzen Region tickt eine gesundheitliche Bombe. Die Krankenhäuser können niemanden mehr aufnehmen. Die Betten sind voll mit Fällen von Gastroenteritis, Nilvirus etc.
Die Arbeiter, die in den Viehzucht- und anderen Betrieben gearbeitet und ihre Arbeit verloren haben, fordern: Einfrieren der Arbeitsverträge und volle Auszahlung ihrer Löhne, bis sich die Situation geändert hat und sie ihre Arbeit wieder aufnehmen können.
Dramatisch ist die Situation in Volos, das innerhalb weniger Tage erneut überflutet wurde. Die Menschen sind eingeschlossen und wieder in Lebensgefahr! 80 Prozent der Stadt sind ohne Strom. Es gibt auch kein Wasser! Volos hat sich in einen See aus Wasser und Schlamm verwandelt, Häuser, Geschäfte und Autos sind überschwemmt.
Viele Menschen in den Gebieten von Edessa im Nordwesten von Griechenland, mit denen ich gesprochen habe, haben Mitleid mit den Menschen. Aber nicht wenige sagen: „Warum schimpfen die Thessalier auf die Regierung, sie haben doch Mitsotakis zu 60 Prozent gewählt“.