Bundesweit
Zehntausende, wenn nicht gar Hunderttausende am Fridays-for-Future-Aktionstag auf der Straße
Allein in Berlin beteiligten sich nach Information der Veranstalter 24 000 überwiegend junge Menschen am Aktionstag von Fridays for Future am heutigen 15. September.
Bundesweit sind 250 Kundgebungen angemeldet; der Aktionstag findet in zahlreichen weiteren Ländern wieder als internationaler Aktionstag statt. Es ist der 13. weltweite Aktionstag. Die meisten Demonstrationen und Kundgebungen dauern zur Stunde noch an. Es sieht so aus, dass es an verschiedenen Orten wieder eine wachsende Beteiligung gibt. Die Forderung, dass mit der Verbrennung fossiler Energien Schluss sein muss, ist auf allen Kundgebungen vertreten, von denen bisher berichtet wird. Alle eint der Protest gegen rechte Klimaleugner und zynische offene Verfechter der Fortsetzung der Umweltzerstörung. Auch die Kritik an der Ampel-Regierung nimmt zu. Selbst Grünen-Mitglieder wie Luisa Neubauer müssen mittlerweile eingestehen, dass die Umwelt-Bilanz der Ampel "verheerend" ist.
Aus München, wo 10 000 Leute auf der Straße waren, berichtet eine Korrespondentin der MLPD, dass die Grünen herbe Kritik einstecken mussten: "Viele Schilder, viele Fahnen reihten sich in den Demonstrationszug ein. Grüne, Linkspartei, ÖDP, einzelne SPD-Fahnen, die Fahne der Umweltgruppe der MLPD, viele andere Umweltgruppen, die Omas gegen Rechts und weitere. Bei der kurzen Auftaktkundgebung kritisierte eine der Rednerinnen die Grüne Partei wegen der Umwelt- und der Kriegspolitik, neue Töne in der Bewegung. Entsprechend war auch durchaus Aufgeschlossenheit in den Diskussionen der Rote-Fahne-Verkäufer gegenüber dem Ziel echter Sozialismus. Fragen, wie man da hinkommen könne, konnten tiefergehend diskutiert werden. Bei der Abschlusskundgebung sorgten die 'Sportfreunde Stiller' für Stimmung. Mit großem Stolz verkündeten die Organisatoren die ihrer Meinung nach unerwartet hohe Teilnehmerzahl."
650 Menschen kamen vor das Schauspielhaus in Wuppertal und beteiligten sich an der Demonstration gegen die Umweltzerstörung. Das waren mehr als bei den letzten Aktionen. Auffallend war, dass weder SPD- noch Grüne-Prominenz zu sehen war, auch keine Fahnen. Die Gewerkschaften hatten nicht mobilisiert, was bei einigen Teilnehmern auf Kritik stieß. Auffallend war auch, dass viele Mütter und Großeltern mit kleinen Kindern dabei waren. Die Sorge um die Zukunft der Kinder trieb sie an. In den Reden wurden verschiedene einzelne Maßnahmen gefordert und das Einhalten des 1,5 - Grad Ziel propagiert. Die Regierung wurde teilweise kritisiert, das kapitalistische System aber nicht an den Pranger gestellt. Unser Plakat "Der Kapitalismus bedroht die Menschheit - Perspektive: Echter Sozialismus" wurde interessiert gelesen und vom Pressefotografen extra aufgenommen. Die Neuerscheinung "Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen", die wir bewarben stieß auf Interesse. Dass wir am Beginn einer umfassenden Umweltkatastrophe stehen und das Gerede vom "Klimawandel" absolut verharmlost, bestätigten einige. "Es muss doch eine positive Alternative geben", meinte ein Ehepaar und meinte, dass die CDU doch gerade angeboten habe, mit der Regierung zusammen zu stehen. Es ist aber ein Pakt für die Monopole, für die Kriegsvorbereitung, für den Abbau sozialer Rechte. Eine Alternative ist der Sozialismus, in dem eine wirkliche Kreislaufwirtschaft verwirklicht werden kann.
In einigen Städten gab es auch wieder antikommunistisch motivierte Versuch, das Demonstrationsrecht im Zusammenwirken von offiziellen Organisatoren und Polizei einzuschränken und besonders Offene Mikrophone zu verbieten. In Essen drohte die Polizei ultimativ, die Lautsprecheranlage zu konfiszieren und den Block mit einer Hundertschaft aus der Demonstration zu entfernen, was am Protest scheiterte!
Rote Fahne News wird morgen ausführlich mit einem Thema des Tages berichten und bittet um Korrespondenzen, Berichte und Fotos bis morgen, 13 Uhr.