Kritik an Sportwetten
Sponsoring im Fußball nimmt zu
Wer Sportsendungen im Fernsehen anschaut, wird permanent mit Werbung von Wettanbietern, v.a. Sportwetten-Anbietern zugeballert.
Dazu kommt die Werbung in den Stadien selbst und in den sozialen Medien. 16 von 18 Bundesliga-Vereinen haben Wettanbieter als Sponsoren. Das ist für die Vereine eine exzellente Geldquelle. So bekommt der VfB Stuttgart von seinem neuen Hauptsponsor aus der Sportwettenbranche (Winamax) 8,5 Millionen € jährlich. [1]
Mit Sportwetten werden pro Jahr in Deutschland 2022 5.2 Milliarden € verdient. Bwin ist Sponsor des DFB, Konkurrent tipico Partner der DFL (Deutsche Fußball-Liga) , während gleichzeitig die Zahl der Spielsüchtigen steigt (derzeit 1,4 Millionen). Sucht kann als Teil des Geschäftsmodells der Wettanbieter wie der meisten Profi-Vereine gesehen werden. Der Staat kassiert 5,3 % der Wetteinnahmen - in NRW 2022 mehr als 90 Millionen €, in Baden-Württemberg über 50 Millionen. [2]
Jedoch nimmt auch der Protest dagegen zu. Der 1. FC St.Pauli hat seinen Vertrag mit Bwin auslaufen lassen. Die Stuttgarter Fan-Szene sieht Spielsucht als ein „ernstes gesamtgesellschaftliches Problem“ und zeigt im DFB-Pokal ein Banner mit dem Text „Werte und Moral unseres VfB – ein reines Glücksspiel?!“ Auch die Interessengemeinschaft organisierrter Fußball-Fans spricht sich für ein Werbeverbot für Wettanbieter aus. Eine repräsentative Umfrage des Sucht-und Drogenbeauftragten der Bundesregierung ergab, dass sich fast zwei Drittel der Befragten für ein Sponsoring-Verbot von Sportwetten im Fußball aussprachen. [3]