Protestkundgebung in Düsseldorf

Protestkundgebung in Düsseldorf

Invictus Games - eine Woche im Zeichen des Militarismus

Am Samstag, dem 9. September 2023, begannen in Düsseldorf die Invictus Games. Veranstalter sind die Bundeswehr (mit einem 40-Millionen-Etat dafür) und die Stadt Düsseldorf.

Von der Landesleitung NRW der MLPD
Invictus Games - eine Woche im Zeichen des Militarismus

Die Initiative dazu geht von Prinz Harry (britische Thronfolger) aus. Angekündigt sind ca. 500 versehrte Soldaten aus über 20 Staaten, die sich in Sportwettkämpfen messen sollen. Unter dem Deckmantel humanistischer Fürsorge für verletzte Soldaten und bei Nutzung der Sportbegeisterung soll vor allem die Jugend für den Militarismus und das Militär gewonnen werden.

 

Rund 480.000 Menschen hat die Bundeswehr in Auslandseinsätze geschickt. Mehr als jeder Fünfte von ihnen kommt nach Angaben der Bundeswehr mit schweren psychischen Problemen zurück. Die sogenannte Dunkelziffer-Studie der Universität Dresden geht von jedem zweiten aus. Mit Invictus Games soll für Anerkennung der Veteranen geworben werden? Tatsächlich sind im deutschen Kader nur 37 Teilnehmer. Die Bundeswehr hat die Regel, dass Teil des deutschen Kaders nur sein kann, wer aktiver Soldat ist. Rund zwei Drittel der 480.000 Menschen, die für die Bundeswehr in Auslandseinsätze gegangen und womöglich traumatisiert zurückgekommen sind, waren keine Berufssoldaten. In Gefechten schießen und sterben vor allem Zeitsoldaten. Werden sie im Einsatz verletzt und traumatisiert, und laufen ihre befristeten Verträge aus, verlieren sie den Zugang zu sämtlichen Therapieangeboten der Bundeswehr. Was bei den Invictus Games als Frage gar nicht aufgeworfen wird: Warum werden Soldaten der Bundeswehr überhaupt in Auslandseinsätze geschickt und verheizt? Die angeblichen humanitären Gründe haben sich stets als Deckmantel für die puren Machtinteressen und die Führungsrolle des BRD-Imperialismus herausgestellt.

 

Die Widerstandsgruppe von MLPD und REBELL in Düsseldorf hat mit zwei Aktionen gegen diese militaristische Beeinflussung protestiert. Wir lehnen die Invictus Games als Werbeveranstaltung für den Militarismus ab, auch wenn wir uns natürlich nicht gegen einzelne versehrte Soldaten und deren Sport richten. Die Widerstandsgruppe von REBELL und MLPD aus Düsseldorf hatte die Initiative zum Protest gegen die Invictus Games ergriffen und unmittelbar vor dem Stadion unter den Zuschauern protestiert und argumentiert.

 

Das imperialistische System kann nur noch in Krisen existieren, die gesetzmäßig zu Kriegen führen. Das ist der Grund, dass die militaristische Werbung ausgebaut wird. Zu einer offen militaristischen Großveranstaltung wären in Deutschland nicht tausende  Besucher gekommen. Daher diese  humanistisch und mit Sportbegeisterung verbrämte Veranstaltung, die keinen anderen Zweck hat, als den Militarismus wieder gesellschaftsfähig zu machen. Das soll die ideelle und materielle Grundlage für die weitere Weltkriegsvorbereitung in Deutschland schaffen.

 

Deutschlands Kriegsminister Boris Pistorius bedauert im aktuellen Sportstudio, „dass die militärische Tradition in Deutschland leider, wegen des Nationalsozialismus unterbrochen war." Vorher, als er den Ersten Weltkrieg vom Zaun brach, war der deutsche Imperialismus also in einer positiven Tradition? Und: Was hat ein Kriegsminister im aktuellen Sportstudio verloren?

 

Von wegen Verteidigung von Demokratie und Freiheit durch die NATO-Truppen in Afghanistan und der Ukraine  - es geht um die imperialistischen Interessen der Konzerne und ihrer Regierungen! Das ist die Vorbereitung eines Dritten Weltkriegs. Wir sagen daher nein zu Aufrüstung, Waffenlieferungen und Kriegsvorbereitung der Berliner Regierung. Nur aktiver Widerstand von international verbundenen Arbeitern und ihrer Verbündeten kann diese Kriegsvorbereitungen durchkreuzen. Das imperialistische System muss abgelöst werden durch die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt. Gegen jede imperialistische Aggression!

 

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine große Masse der Zuschauer keinesfalls am Krieg interessiert ist, unsere Kritik ernst nimmt und sich dafür bedankt. Viele sagten: "Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, ich bin gekommen, weil mein Verwandter dort arbeitet." Viele äußerten sich ausdrücklich „Gegen Krieg sind wir auch, da habt ihr Recht“, und wir haben ihnen geholfen, das kritische Bewusstsein zu schärfen. Oft wurde aber auch die Frage aufgeworfen: „Wir müssen uns doch verteidigen können“. Hier ist zu klären, wer mit wem und für was kämpfen soll. Eine Minderheit war unzugänglich, ging schweigend vorbei, ein paar wenige äußerten aggressiv: „Ihr werdet doch von Putin bezahlt“.

 

Die Rebell-Gruppe aus Düsseldorf wertete aus: „Die beiden Aktionen gestern waren erfolgreich! Im Stadtteil Rath waren wir mit einem Straßenumzug unterwegs, Anlass war der Antikriegstag und auch der Protest gegen die Invictus-Games. Wir waren in dem Stadtteil wirklich sehr präsent. Man konnte beobachten, dass viele Leute aus dem Wohngebiet die MLPD schon kannten. Wir haben vier weitere Kinder für die Rotfüchse gewonnen! Mit der Aktion vor den Invictus-Games wurden wir gut gesehen! Wir haben schon was in den Köpfen von einigen Leuten hinterlassen, sie haben auch die andere Seite gesehen, dass es nicht nur Positives zu den Invictus-Games gibt, dass es ein polarisierendes Thema ist. Am Umsteigepunkt an der Bahnhaltestelle haben wir viele Leute auch persönlich angesprochen. Ich hätte allerdings mit mehr Beteiligten bei der Protestaktion gerechnet.“

 

 

 

 

 

 

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