Mit Reuls "Null Toleranz" ist es nicht weit her
Faschistische Chats von Polizisten selten bestraft
In mehreren nordrhein-westfälischen Kreispolizeibehörden unterhielten Polizisten geschlossene Chat-Gruppen, in denen sie widerliche faschistische Dialoge abhielten und Hakenkreuzbilder und Hitlerfotos posteten. Als im September 2020 zwei Whatsapp-Gruppen entdeckt worden waren, in denen Beamte des Polizeipräsidiums Essen faschistische Inhalte posteten, gerieten 42 Polizisten ins Visier der Staatsanwaltschaft. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) kündigte damals null Toleranz an. Was ist daraus geworden? 19 Beamte sind noch des Dienstes enthoben, aber nur vorläufig, bis ihre Disziplinarverfahren abgeschlossen sind. 20 Verfahren wurden abgeschlossen - ohne Konsequenzen! Vier bekamen Strafbefehle zwischen 3000 und 4000 Euro. Das ist ein politischer Skandal. Reul versucht jetzt, vom eigenen politischen Versagen abzulenken, indem er auf ein neu zu erlassendes Gesetz orientiert. Sofortige Entfernung von Faschisten und Reichsbürgern aus dem Polizeidienst!