Montagsdemo Gelsenkirchen

Montagsdemo Gelsenkirchen

500 Euro für die Erdbebenopfer in Marokko gesammelt!

Am Montag feierte die Montagsdemo Gelsenkirchen nachträglich ihr 19-jähriges Bestehen. Gleich zu Beginn informierten die Moderatoren über die von der United Front initiierte Spendensammlung für die Erdbebenopfer im Marokko.

Korrespondenz
500 Euro für die Erdbebenopfer in Marokko gesammelt!
Montagsdemo am 11. September in Gelsenkirchen (rf-foto)

Die erste Runde mit der Spendendose wurde unter den im Kreis stehenden Montagsdemonstranten gemacht. Ab dann sammelten wir ca. 1,5 Stunden konsequent unter den Passantinnen und Passanten – von 3 Cent bis zu mehreren 5- und 10-Euro-Scheinen wanderten in die Spendendosen. Wir sprachen jede und jeden an, freundlich und überzeugend. Wir blieben dran, auch wenn als erstes ein „Nein“ oder „ich habe keine Geld“ kam. Etliche blieben dann nach einigen Metern doch stehen oder kamen nochmal zurück und schmissen was in die Dose.

 

Gelsenkirchen ist die Stadt mit dem niedrigsten durchschnittlichen Einkommen in Deutschland. Viele Menschen sind arm. Doch gerade die armen Menschen spendeten oft am selbstverständlichsten und gab oft ihre letzten Münzen, die sie bei sich hatten. Wir kamen über die Spendensammlung auch gut ins Gespräch zur Kritik an der Bundesregierung, die niedrigen Renten und Löhne, während Monopole Milliarden-Subventionen bekommen. Und dass es wichtig ist, sich zusammenzuschließen.

 

Marokkanische Mädchen und Frauen, die wir trafen, freuten sich sehr über unsere Initiative. Sie berichteten, dass sie auch schon eine Sammlung initiiert haben, gaben dennoch auch was für unsere Sammlung, weil sie beeindruckt und erfreut waren, dass Menschen ohne persönliche oder familiäre Verbindungen nach Marokko so eine solidarische Initiative organisieren. Genau diese internationale Solidarität machen Solidarität International, die United Front und die Montagsdemo aus! Mit Händen und Füßen und unseren Englisch- und Französisch-Kenntnissen sprachen wir mit Flüchtlingen aus aller Welt. So kamen ca. 500 Euro zusammen.

 

Ein junger Mann öffnete seinen Geldbeutel, erst sein Fach mit den Geldscheinen. Ich hoffte, auf einen 10- oder 20 Euro-Schein. Dann öffnete er das Münzfach. Ich dachte schon, okay, es wird wohl doch etwas weniger. Falsch gedacht! Er hatte wohl nur nach dem richtigen Schein gesucht. Nachdem er sich vergewissert hatte, ob das Geld auch wirklich bei den Menschen in Marokko ankommt, holte er einen 50 Euro-Schein raus. Überzeugend für die Spenderinnen und Spender war, dass wir von uns aus den Unterschied von Solidarität International zu staatstragenden NGOs deutlich machten, bei denen ein großer Teil der Spendengelder für den Apparat der Organisation und Vorstandsgehälter ausgegeben werden. Hier sind die Leute zu Recht kritisch. Auch war wichtig, dass wir direkte Verbindungen haben und die Spendengelder nicht über die marokkanische Regierung laufen.

 

Unter den Geschäften auf der Einkaufsstraße haben wir gestern noch nicht gesammelt. Das wäre ein guter Beitrag der Wohngebietsgruppen der MLPD, dass sie diese Woche eine Sammlung in den Einkaufsstraßen in ihren Wohngebieten machen, unter den Geschäftsleuten und den Passanten. Auch unter Kindern und Jugendlichen ist die Solidarität groß, in einigen Schulklassen wurde schon gesammelt. Mein Vorschlag an die Rebellinnen und Rebellen: stellt in euren Klassen und unter euren Mitschülern die Sammlung von Solidarität International und der United Front vor und organisiert die Sammlung. Heute Abend werde ich bei mir im Sportverein weiter sammeln.