Montagsdemo Bochum

Montagsdemo Bochum

19 Jahre Widerstand gegen Hartz-Gesetze und Einsatz für ein menschenwürdiges Leben

In einem kleinen Kreis feierte die Bochumer Montagsdemo ihr 19jähriges Bestehen. Ein historisches Datum war der 11. September 1973, genau vor 50 Jahren, als das Militär in Chile putschte, den damaligen Präsidenten Allende stürzte und an großen Teilen der chilenischen Bevölkerung Greueltaten wie Folter und Hinrichtung betrieben.

Von Ulrich Achenbach

Das war das Eingangsthema zu der Diskussion am offenem Mikrofon. Einer der Moderatoren berichtete von der Unterstützung des Militärs durch die USA, wonach der Diktator Pinochet 1973 die Regierung übernahm. Er zog Vergleiche mit der jetzigen politischen Lage und den imperialistischen Kriegen wie in der Ukraine. "Damals wie heute geht es um die Vorherrschaft der imperialistischen Staaten im Konkurrenzkampf um die Weltherrschaft", meinte er.

 

Eine Montagsdemonstrantin der ersten Stunde gab einen chronologischen Überblick zur Entwicklung der Montagsdemobewegung, die ihren Ursprung in Leipzig in der ehemaligen DDR hatte. Dieser Widerstand entwickeltelte sich zum Flächenbrand und zum späteren Sturz des Honnecker-Regimes. Der andere Moderator leitete zur Entstehung der bundesweiten Montagsdemobewegung gegen die Einführung der Hartz-Gesetze über. "Nach dem Vorbild der Montagsdemonstrationen in der DDR gingen bereits 2004 zigtausende Menschen auf die Straße, um gegen die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe und Verschmelzung mit der Sozialhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II, allerdings auf Sozialhilfeniveau, energisch zu protestieren. Zwar heißt das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) heute Bürgergeld, außer einigen kleinen Zugeständnissen für die Leistungsbezieher ist dieses Bürgergeld nur eine Umbenennung von Hartz IV."

 

Der Moderator berichtete auch von der Unterstützung der Bochumer Montagsdemo für Hartz IV-Empfänger oder Bezieher der Grundsicherung/Sozialhilfe bei ihren Problemen mit den Behörden wie Jobcenter oder dem Sozialamt. Auch jetzt kann sich jeder mit seinen behördlichen Problemen an die Montagsdemo wenden. Mehrere Redebeiträge gingen auf die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz und auf den 1. Weltkongress der internationalen Einheitsfront gegen Krieg und Faschismus ein. Der Zusammenhalt aller Ausgebeuteten und Unterdrückten weltweit ist das Gebot der Stunde.

 

Der Höhepunkt der kleinen Feier war ein Quiz, in dem es um eine Sammlung von Begriffen ging. Eine Montagsdemonstrantin gewann den Preis, eine schöne Herbst-Topfblume. Auch wurde für die Opfer der aktuellen Erdbebenkatastrophe in Marroko gesammelt. 62 Euro kamen zusammen.