Thüringer Allgemeine Zeitung

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Bergleute aus aller Welt treffen sich in Thüringen

Unter der Überschrift: „Bergleute aus aller Welt treffen sich in Thüringen – Internationale Konferenz diskutiert in Schalkau über die Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen“ schreibt die „Thüringer Allgemeine Zeitung“:

600 Teilnehmer aus 28 Ländern haben sich am Wochenende zur 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz im Ferienpark „Thüringer Wald“ in Schalkau zwischen Eisfeld und Sonneberg getroffen.

 

„Nach dem Wegfall der Steinkohle-Förderung ist Thüringen durch den Kali-Abbau ein Zentrum des deutschen Bergbaus“, so die Konferenz. Zum anderen wolle man mit der multinationalen Konferenz ein Zeichen gegen die nationalistische Politik der AfD setzen.

 

„Es gibt 50 Millionen Bergleute auf der Welt, 7 Millionen im industriellen Sektor, 43 Millionen im handwerklichen Bereich, davon sind 10 Prozent Jugendliche unter 16 Jahren und ein Drittel Frauen. Diese 50 Millionen Bergleute stehen internationalen Bergbaukonzernen gegenüber.“ Dadurch könne kein Land mehr seine Probleme allein lösen, etwa die unfairen Löhne oder die fehlende Einhaltung von sozialen und Umweltfragen.

 

Vor allem die riesigen Tagebaue würden die Umwelt zerstören, indigene Völker verjagen, Landschaften, Menschen und Tiere vergiften. Studien zufolge seien 10 Prozent der Kinder von Bergleuten bereits mit Schwermetallen im Blut belastet. Der gemeinsame Kampf gegen die globale Umweltzerstörung wurde am Samstag auf der Generalversammlung der Delegierten in Schalkau beschlossen.

 

Zudem wurde eine Internationale Koordinierungsgruppe gewählt, deren neun Teilnehmer kommen aus Indien, der Ukraine, aus Deutschland, Marokko, Peru, Kolumbien, Kasachstan, dem Kongo und von den Philippinen. Die Bergarbeiterkonferenz wurde 2013 in Peru gegründet und hat die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Kumpel und die Einhaltung von Umwelt- und Naturschutzstandards zum Ziel.

 

Kritisiert wurde von der Konferenz die Visa-Verweigerung für 30 Delegierte aus 18 Ländern durch die Bundesregierung und die EU.