Brandenburg
Einwohner von Seelow erteilen dem AfD-Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl eine klare Abfuhr
Nach dem plötzlichen Tod des Bürgermeisters in der Kreisstadt Seelow im Brandenburger Märkisch Oderland wurden Neuwahlen durchgeführt.
Es gab zwei Kandidaten: den amtierenden Bürgermeister Robert Nitz (parteilos) und den AfD-Kandidaten Falk Janke. Vertreter der Bundespartei der AfD spekulierten auf einen klaren Wahlerfolg und feierten schon insgeheim, dass in Brandenburg als drittem Bundesland ein weiterer hauptamtlicher AfD-Bürgermeister gewählt wird. Mit der klaren antifaschistische Ablehnung der Einwohner haben sie nicht gerechnet. 68,5 Prozent der Stimmen erhielt Nietz, während der AfD-Kandidat gerade einmal 31,5 Prozent bekam. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,8 Prozent.
Im Hinblick auf eine mögliche Zusammenarbeit mit der AfD zog Nitz eine klare Grenze. Auch wenn der Wahlkampf vorbei ist, werde es weiterhin keinen Kontakt zur AfD geben, sagte er dem RBB. Selbst einen Handschlag mit AfD-Kandidat Janke schloss Nitz am Wahlabend aus.
Während sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) das Wahlergebnis auf die Fahnen seiner Politik schreiben will, ist es vielmehr Ausdruck der Ablehnung der rechten bis faschistoiden Positionen der AfD bei den Einwohnern. So trat Janke im Wahlkampf für den Stopp des Zuzugs von Migranten ein und konnte damit nicht punkten. In Seelow befindet sich die Gedenkstätte Seelower Höhe, die an die letzte Großoffensive der sowjetischen Roten Armee 1945 gegen den Hitlerfaschismus auf europäischen Territorium erinnert.
Wir werden dieses Gedenken weiterführen im Aufbau der Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg, die zu ihrem ersten Weltkongress am 5. und 6.September in Thüringen einlädt.