Griechenland

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Einheimische und Flüchtlinge verbrannten bei lebendigem Leibe in Dadia – Regierung treibt Kriegspolitik voran

26 Menschen sind bei lebendigem Leibe in den Flammen der Brände von Dadia verbrannt. Unter anderem sind hunderte von Flüchtlingen, die auf Inseln im Evros festsitzen, in Lebensgefahr und suchen verzweifelt nach Hilfe.

Von Iordanis Georgiou
Einheimische und Flüchtlinge verbrannten bei lebendigem Leibe in Dadia – Regierung treibt Kriegspolitik voran
Hier verbrannten nicht nur Bäume, sondern mindestens 26 Menschen!

18 Flüchtlinge hatten sich im Wald von Dadia in der Nähe einer Hütte versteckt gehabt. Sie waren vor faschistischen Banden geflohen, die derzeit eine organisierte Jagd auf Flüchtlinge in den Wäldern oberhalb von Alexandroupolis durchführen. Diese Jagd wird von der Polizei und von der rechten griechischen Mitsotakis-Regierung geduldet. Die Flüchtlinge wurden eingeklemmt und verkohlt aufgefunden. Sie sind beim Brand des Waldes ums Leben gekommen. Weitere acht verkohlte Leichen sind in den verbrannten Wäldern aufgefunden worden – darunter sind Frauen und Kinder. Sie wurden alle in Zweier- oder Dreiergruppen in einer Entfernung von 500 Metern gefunden. Offenbar hatten sie einen Fluchtversuch vor dem Feuer unternommen.

 

Der Abgeordnete der „Hellenischen Lösung“, das ist die faschistische Partei, die im Parlament sitzt, Paris Papadakis, verbreitete in den vergangenen Tagen in Interviews und Posts die Lüge, dass „Migranten die Arbeit der Löschhubschrauber behindern“ würden und dass „einige Leute bei den Bränden ihre Hand im Spiel hätten“, wobei er sich auf „inoffizielle Informationen“ von Anwohnern berief. Diese hätten behauptet, dass die Brände von Migranten gelegt werden. Er rief dazu auf, Patrouillen zu organisieren, um Migranten zu fangen.

 

Dies ist ein weiteres rassistisches Verbrechen der Regierung: Nachdem 600 Flüchtlinge vor Pylos/ Peloponnes ertrinken mussten, verbrennen sie jetzt - gejagt von Faschisten - in den Wald- und Buschbränden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen krimineller Gewalt gegen Flüchtlinge. Anlass für den Verdacht ist ein Video, demzufolge ein Mann in der Wildnis nach Flüchtlingen suchte, um diese in einen großen Pkw-Anhänger einzupferchen. Vor laufender Kamera forderte er noch mehr Bürger dazu, auf ähnliches zu tun: Seiner Ansicht nach hätten die Immigranten in den Bergen Feuer gelegt. Dabei sprach er von „25 Stück“, die er aufgegriffen habe.

 

Anfang Juli verkündete Ministerpräsident Mitsotakis die Lüge - und er strotzte damals geradezu vor Stolz: „In den nächsten Jahren werden wir neue Flugzeuge, neue Hubschrauber, viel neue Ausrüstung für die Feuerwehr bekommen. Und das ist eine notwendige Investition, die wir tätigen müssen, denn unser erstes Anliegen ist immer der Schutz von Menschenleben, von menschlichem Eigentum, aber natürlich auch unserer natürlichen Umwelt.“

 

Nun ist kaum ein Monat vergangen, und Griechenland brennt wieder – ohne neue Flugzeuge und Hubschrauber. Im ganzen Land ist das Feuer außer Kontrolle. Es steht bereits vor vielen Städten und hunderte von Häusern stehen in Brand. Dabei sind Mitsotakis' Krokodilstränen nur vorgespielt: er hat aktuell ganz andere Interessen. Für ihn spielen die imperialistischen Pläne Griechenlands eine größere Rolle. So traf er sich vor einigen Tagen „heimlich“ mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, um die Erklärung der G7-Staaten umzusetzen.

 

Damit werden weitere Schritte in Richtung einer aktiveren Beteiligung Griechenlands am imperialistischen Krieg in der Ukraine gemacht. Griechenland verpflichtete sich dazu, ukrainische Piloten im Umgang mit den F16-Kampfjets der NATO auszubilden, die die ukrainische Regierung von Dänemark und den Niederlanden erhalten wird. Außerdem bildet Griechenland bereits ukrainische „Ausbilder“ im Umgang mit Leopard-Panzern aus. Im Gespräch ist außerdem die Lieferung von griechischen Raketenabwehrsystemen vom Typ S-300 an die Ukraine.

 

Der Hafen von Alexandroupolis wird das wichtigste Drehkreuz für die Verbringung von NATO-Ausrüstung in die Ukraine. Und er soll als Stützpunkt für die US-NATO-Truppen an der russischen Grenze dienen. Außerdem wirbt die Regierung für eine stärkere Beteiligung griechischer Reeder am Getreidetransport von den ukrainischen Häfen durch das Schwarze Meer. Weiter möchte Griechenland eine größere Rolle bei der Energieversorgung der Ukraine spielen. Diese war vor dem Krieg ausschließlich von Russland abhängig. Durch das Pipelinenetz, das unter anderem durch westliche Balkanstaaten führt, sind hier neue Wege offen.

 

Die griechische Regierung beansprucht im Namen griechischer Baumonopole und anderer, die in den Trümmern des Krieges riesige Gewinnchancen sehen, ein Stück vom Nachkriegskuchen des Wiederaufbaus in der Ukraine. Gegen diese Politik und gegen die außer Kontrolle geratenen Brände rufen mehrere Parteien am heutigen Donnerstag, 24. August, um 19 Uhr, zu einer Demonstration auf dem Syntagma-Platz in Athen auf.

 

Das Motto lautet: „Gegen die kriminelle Politik der Regierung, die das Leben des Volkes verbrennt!“ Der Protest muss sich auch dagegen richten, dass Flüchtlinge verbrennen und gegen den faschistischen Pogrom sowie gegen die Kriegspolitik, die den imperialistischen Krieg immer näher an Griechenland heranbringt. Der offen militaristische Kurs der Mitsotakis-Regierung bewirkt auch eine zusätzliche Brandgefahr. Am Dienstag Abend sind die Flammen gefährlich nahe an eine Militärbasis bei Kavalla gekommen, in der sich Treibstoff und explosive Munition befinden. Ein Koordinator der Feuerwehr sagte, dass allein fünf Hubschrauber damit beschäftigt waren, zu verhindern, dass das Feuer auf das Munitionslager übergriff.