Bergbau
Brauchen die Bergleute eine Lobby?
"Rote Fahne News" dokumentiert aus dem „Vortrieb“, Zeitung der Bergarbeiterbewegung in Deutschland:
2018 wurde die Stilllegung der letzten Steinkohlezeche im Ruhrgebiet mit einem über alle Kanäle verbreiteten und verlogenen „Danke Kumpel“ von RAG (ehemals Ruhrkohle AG, Anm. d. Red.) und Regierung zelebriert. Sie waren insgeheim verdammt froh, dass es nicht doch noch zu einem Kampf um den Erhalt der Zechen, der Arbeitsplätze kam.
Heute wird vielen Kumpeln klarer, wie sie von der RAG ausgenutzt, um ihre Gesundheit, ihr Deputat gebracht und ihnen günstige Wohnungen genommen wurden. Ihr ganzes Know-how und ihre Lebensleistung wurden mit Füßen getreten. Kürzlich meinte ein Kumpel: „Die Bergleute haben keine Lobby mehr“. Hatten sie denn jemals eine andere Vertretung ihrer Interessen, außer sie haben selbst dafür Druck gemacht, gekämpft, sich organisiert, ihre Sache in die eigene Hand genommen?
Der große Bergarbeiterstreik 1997 wischte in sechs Tagen den gesamten Stilllegungsplan des damaligen Bundeskanzlers Kohl vom Tisch und schaffte den Erhalt von 60.000 Arbeitsplätzen.
Der Lobbyismus besteht darin, dass die großen Konzerne etliches Geld in die Hand nehmen, um mit Mitteln wie Bestechung Einfluss auf die Parteien und Parlamentarier zu nehmen.
Google gab alleine 2017 6 Millionen Euro aus, und organisierte 228 Treffen mit EU-Parlamentariern. Hier sind alle Konzerne aller Branchen zu finden.
In einem alten Arbeiterlied heißt es: „Es kann die Befreiung der Arbeiter nur das Werk der Arbeiter sein“. So muss es heute erst recht heißen: Vertrauen wir auf unsere eigene Kraft!