Gegen faschistischen Chefredakteur
40 Tage Streik beim "Journal du Dimanche"
40 Tage lang streikte die Belegschaft der größten französischen Sonntagszeitung fast komplett gegen die Ernennung des Faschisten Geoffroy Lejeune zum Chefredakteur. Bei seiner vorherigen Zeitung "Valeurs actuelles" (Aktuelle Werte) flog er raus, obwohl dieses Blatt selbst eine faschistoid-rassistische Position einnimmt. Lejeune trat den "Valeurs aktuelles" zu offen faschistisch in Erscheinung. Er ist Unterstützer des Faschisten Eric Zemmour, der rechts von Marine Le Pen für die französische Präsidentschaft kandidierte. Drahtzieher der Rechtsentwicklung in dieser Sache ist der Monopolkapitalist Vincent Bolloré, einer der reichsten Männer Frankreichs, der neben Transport- und Logistik-Konzernen auch seinen Medienkonzern weiter ausbauen will. Ein nach eigener Aussage "streng gläubiger Katholik", der ebenfalls Zemmour unterstützt. Auch wenn der Streik den Amtsantritt des neuen Chefredakteurs nicht verhindern konnte, bleibt er Vorbild für den Kampf gegen die Rechtsentwicklung in Presse und Medien. Der neue Chefredakteur findet leere Redaktionsräume vor. Anfang August hatten schon 60 von 100 Journalisten gekündigt. In den anderen Medien, über die Bolloré seine Hetze verbreitet, haben jeweils Dutzende aus Protest gekündigt.