Rostock
Hanse-Sail: Nein zur Weltkriegspolitik!
Unsere Protestaktion gegen die zunehmende Militarisierung und Bundeswehrwerbung auf der Hanse-Sail wurde von vielen Besuchern begrüßt. Vor allem wurde begrüßt, dass Schluss mit immer neuen und gefährlicheren Waffenlieferungen in die Ukraine gemacht wird! Unser Transparent am Passagierkai in Warnemünde - vor den beiden militärischen Segelschulschiffen der deutschen und indonesischen Marine „Gorch Fock“ und „Bima Suci“ - wurde viel beachtet und fotografiert.
Viele stimmten uns zu, dass die massive Aufrüstung letztlich auf unseren Schultern abgeladen wird. „Wir sind auf eurer Seite, aber es sind noch viel zu wenige.“ Deshalb machten wir die Neue Friedensbewegung bekannt und forderten dazu auf, selbst aktiv zu werden und in den Widerstandsgruppen von MLPD und REBELL mitzumachen. Heiß umstritten war jedoch, dass es wirklichen Frieden erst mit den vereinigten sozialistischen Staaten der Welt geben kann, wenn der Imperialismus revolutionär überwunden ist.
Wesentlich war auch die Frage um die eigenständigen imperialistischen Interessen der BRD gegen eine klassenneutrale, nationalistische Sichtweise, Deutschland nur als Anhang und Befehlsempfänger des US-Imperialismus zu sehen. Viele trugen sich zum Teil von sich aus in die Unterschriftenliste ein und / oder spendeten für den aktiven Widerstand gegen den Ukrainekrieg. Mit: „Euren Mut bewundere ich. Gebt nicht auf!“ zollten etliche unserer Aktion Respekt und Anerkennung.
Die Hanse-Sail stand dieses Jahr im Zeichen einer verstärkten Militarisierung. Erstmals fand der offizielle Empfang der Stadt auf militärischem Gelände, nämlich dem neuen Marinearsenal, statt. Auf Geheiß der Bundesregierung und ihrer neuen „China-Strategie“ musste die Stadt deshalb eine Delegation aus ihrer chinesischen Partnerstadt Hefei als „unerwünschte“ Gäste wieder ausladen. Sie könnten ja „Spionage“ betreiben. Auch russischen Segelschiffen ist die Teilnahme untersagt. Das ist Ausdruck der aggressiver werdenden Außen- und Militärpolitik der Bundesregierung. Sie verlasse zunehmend „den Weg des friedlichen Nebeneinanders“ und begebe sich auf den „Kriegspfad“, bemerkte richtig ein Leserbriefschreiber (OZ, 31.7.23). Steht doch das neue Marinearsenal in Rostock für die massive maritime Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft. Mit der 100 Milliarden „Sondervermögen“ teuren Hochrüstung auf unsere Kosten will Deutschland wieder zur führenden Kriegsmacht in Europa werden. Diesen Kurs lehnen aber die meisten Menschen zu Recht ab, erfreuen sich lieber an den vielen Traditionsseglern, der Völkerfreundschaft und Weltoffenheit dieses maritimen Großevents.
Umso stärker präsentierte sich die Marine dieses Jahr mit Minenjagdbooten und Helikoptern bis hin zur Korvette samt Präsentation einer Stützpunkttauchergruppe, Hubschrauberrundflüge und Vorführungen des „Marinefliegergeschwaders 5“ aus Nordholz.
Wir sollen uns schon mal an Kriegsschiffe als was ganz „normales“ gewöhnen. Mit flotten Sprüchen wie: „Mach, was wirklich zählt“ wirbt die Marine händeringend um die Gunst junger Menschen und verharmlost den Krieg als herausforderndes Abenteuer zur „Verteidigung unserer freiheitlicher Werte“. Doch hinter diesen schönen Werbeslogans verstecken sich aggressive imperialistische Macht- und Profitinteressen der NATO und des deutschen Imperialismus im Kampf um die Neuaufteilung der Welt, der jeden Tag die Gefahr eines atomaren Dritten Weltkriegs verschärft!