Kollegenzeitung Vortrieb

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3. Konferenz der Internationalen Bergarbeiterkoordination tagt vom 31. August bis 3. September in Thüringen

Der „Vortrieb“, Zeitung der Bergarbeiterbewegung in Deutschland, schreibt:

3. Konferenz der Internationalen Bergarbeiterkoordination tagt vom 31. August bis 3. September in Thüringen

Aus etwa 30 Ländern haben sich bisher Delegationen angemeldet. Es ist von wirklich großer Bedeutung, dass Vertreter der kämpferischen Bergarbeiter aus der ganzen Welt zusammenkommen, ihre Erfahrungen austauschen, sich auf Augenhöhe kennen- und verstehen lernen, ihre Erfolge und Niederlagen auswerten und gemeinsam Schlüsse ziehen. Sie stehen für heute weltweit 50 Millionen Bergleute, die in den unterschiedlichsten Sparten des Bergbaus tätig sind. Auf der ganzen Welt stehen Kumpel und ihre Familien in erbittert geführten Kämpfen gegen internationale Bergbaumonopole und ihnen hörige Regierungen.

 

Kürzlich fand in Irland, bei der Zinkgrube Tata Mines, ein Streik mit Torblockade statt. Der Boliden-Konzern wollte die Kumpels angesichts sinkender Zink-Preise in unbezahlte Kurzarbeit schicken. In Südafrika gibt es erbitterte Streiks auf mehreren Minen. Wir Kumpel und unsere Familien sind eine starke Macht, wenn wir unsere Kämpfe international koordinieren, Klarheit über den Weg zu einer lebenswerten Zukunft gewinnen und die von den Herrschenden geschürte Spaltung überwinden!

 

Mit der anhaltenden Weltwirtschafts- und Finanzkrise ist eine Schlacht um Rohstoffe entbrannt - bis hin zu Kriegen, wie dem in der Ukraine. Dafür sollen die Bergleute und ihre Familien mit der Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, Infragestellung unserer Lebensverhältnisse und einer existenzbedrohenden Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen bluten. Die Frage nach dem gesellschaftlichen Ausweg und der Perspektive stellt sich immer dringlicher.

 

Im Auftrag der Bergbaumonopole behindern die Ampel-Regierung in Deutschland und EU-Behörden die Anreise zur Konferenz massiv. Ein gewähltes Mitglied der Internationalen Koordinierungsgruppe aus dem Kongo bekam erst nach öffentlichen Protesten einen Termin bei der belgischen Botschaft, um überhaupt einen Visumsantrag stellen zu können. Einer Delegierten aus Uganda wurde das Visum überhaupt verweigert. Gegen die Unterdrückung des internationalen Zusammenschlusses der Bergleute muss entschieden protestiert werden!

 

Die Internationale Bergarbeiterkoordination stellt sich eindeutig gegen faschistische Tendenzen. Tatsächlich sind die Faschisten Todfeinde der Arbeiterbewegung. In Indien ist die faschistische Bewegung des Präsidenten Mohdi für Massaker an kämpferischen Gewerkschaftern und revolutionären verantwortlich. In Deutschland versucht die faschistoide AfD, sich bei Bergleuten anzubiedern und berechtigte Empörung gegen die Regierungspolitik auf ihre Mühlen zu lenken. Ein Einsatz für höhere Löhne, Renten oder gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen ist bei der AfD Fehlanzeige. Derartige Versprechen gegenüber gekündigten Steinkohle-Kumpeln haben sich in Luft aufgelöst. Stattdessen nehmen sie mit ihrer völkischen Demagogie die Konzerne als Verursacher aus der Schusslinie und schüren Spaltung unter den Arbeitern. Solchen Wegbereiter des Faschismus gehört eine klare Absage!

 

Hier in Deutschland ist der Bergbau nach der Stilllegung der Steinkohlezechen alles andere als nur Geschichte. Es gibt noch 56.000 aktive Kumpel und 200.000, die in andere Betrieben gewechselt oder in Anpassung bzw. Rente sind. Alle sind herausgefordert, unsere Konferenz zu ihrer Sache zu machen.

 

Ein besonderer Trumpf und ein besonderes Markenzeichen ist, dass die Konferenz selbstorganisiert und finanziell unabhängig ist. Niemand, außer den Kumpels, ihren Freunden und Familien selbst, kann so bestimmen, was hier gesagt, getan oder beschlossen wird. Hier wird jeder und jede mit seinen und ihren Fähigkeiten gebraucht, sei es als Übersetzer, Betreuer, Techniker, bei der Logistik, Verpflegung oder durch eine Spende. Näheres kann mit den … örtlichen Kontaktadressen von Kumpel für AUF abgestimmt werden.

 

Und natürlich sind alle Kumpel, Familien und ihre Freunde auf- und herausgefordert, an der Konferenz teilzunehmen und damit ein starkes Signal für die internationale Bergarbeiterbewegung zu setzen!