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Würdevolles Erinnern an den Altonaer Blutsonntag

Zum 91. Jahrestag des Altonaer Blutsonntags organisierte die Hamburger Geschichts- und Kulturwerkstatt zusammen mit dem Kreisverband der MLPD Hamburg West das würdevolle und kämpferische Gedenken.

Korrespondenz
Würdevolles Erinnern an den Altonaer Blutsonntag
Stephan Brandt mit der Gedenktafel zum Altonaer Blutsonntag (rf-foto)

Ein halbes Jahr vor der Errichtung des Faschismus wurde 1932 in Altona vorexerziert, was Faschismus bedeutet: Terror als Herrschaftsmethode gegen die demokratische Opposition, vor allen Dingen die Arbeiterschaft. Unter dem Schutz der Polizei drangen am 17. Juli 1932 5000 bis 6000 Faschisten in das Hamburger Arbeiterviertel Altona ein. Die Bevölkerung protestierte heftig. 16 Antifaschisten und Anwohner wurden ermordet, meist durch Polizeikugeln; 70 schwer verletzt. Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur wurden vier junge Altonaner Kommunisten durch ein Sondergericht angeklagt für Mordtaten, die sie nie begangen hatten. Sie wurden am 1. August 1933 auf staatliche Anordnung ermordet. Die Schandurteile wurden  erst 1992 aufgehoben, vor allem durch den hartnäckigen öffentlichen Druck von Angehörigen und Antifaschisten.

 

Mit dem Gedenken wurden auch die Lebensläufe der vier jungen Kommunisten Karl Wolff, August Lütgens, Walter Möller und Bruno Tesch vorgestellt. Sie sind in ihrem Mut und unerschütterlichen Überzeugung als Freiheitskämpfer ein unauslöschliches Vorbild!

 

Mit Liedern von „Zukunftsmusik“ verschiedenen Beiträgen und der Niederlegung von Blumen am Gedenkstein wurde das Gedenken wachgehalten. Seit über fünf Jahren fordern die Hamburger Geschichts- und Kulturwerkstatt und Anwohner das Anbringen einer Gedenktafel gegen das Vergessen und eine staatliche Pflege des Gedenkstein sowie Hinweisschilder zu dessen Existenz.

 

Es gab neues Interesse von Kolleginnen und Kollegen an den Aktivitäten zu 100 Jahre Gedenken Hamburger Aufstand - siehe auch: Veranstaltungen der MLPD zu "100 Jahre Hamburger Aufstand"