Kein normales Sportereignis
Was sind eigentlich die „Invictus-Games“?
Seit mehreren Monaten sehen wir in Düsseldorf Werbung für die sogenannten „Invictus-Games“ (Invictus =unbezwungen, unbesiegt). Sie finden vom 9. bis 16. September 2023 in Düsseldorf statt und werden von der Bundeswehr gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf ausgerichtet.
In mehreren Sportarten treten bei diesem Wettbewerb ca. 500 „kriegsverletzte, traumatisierte und kranke Soldatinnen und Soldaten“ aus 21 Nationen (u.a. vom US-Militär, Großbritannien, Frankreich, Israel, aber auch aus kleineren kapitalistischen Ländern) gegeneinander an. Ziel ist, über die ganze Zeit rund 100.000 Zuschauer dafür zu gewinnen.
In der öffentlichen Selbstdarstellung wird v.a. die Fürsorglichkeit und der Respekt für die Soldaten herausgestellt und die Rolle des Sports für ihre Rehabilitation. Wir haben in der Widerstandsgruppe diskutiert, dass wir nichts gegen die Soldaten an sich haben oder dass sie Sport treiben. Dass unser Mitgefühl den traumatisierten Menschen gehört und wir sie einladen, mit uns notwendige Schlussfolgerungen aus ihren Erfahrungen zu diskutieren. Wir haben aber entschieden was dagegen, wenn diese Erfahrungen dazu missbraucht werden, um schleichend die Militarisierung voranzutreiben und Militär, Soldaten usw. als normal darzustellen. Das soll den antimilitaristischen Geist gerade unter der Jugend zersetzen. So werden die Spiele in der Selbstdarstellung als Initiative dargestellt, „den Militärangehörigen in der Öffentlichkeit eine größere Wahrnehmung und Anerkennung zu verschaffen“.
Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) begrüßt Düsseldorf als Austragungsort und sagt: „Diese Menschen, die hier gegeneinander in sportlichen Wettkämpfen antreten, haben die freiheitlich-demokratische Grundordnung verteidigt.“ Die Lebenslüge der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ soll vertuschen, um was es letztlich geht. Verteidigt werden in diesen Kriegen imperialistische Interessen und keine Demokratie. Erst werden dafür Soldatinnen und Soldaten rücksichtslos verheizt, dann wird von Respekt gefaselt.
Die Spiele reihen sich ein in die Weltkriegsvorbereitung auch der deutschen Regierung. Die Bundeswehr hat massive Probleme, Nachwuchs zu finden, weshalb nicht nur sehr viel Geld in Werbung gesteckt wird, sondern auch andere Methoden eingesetzt werden. Jugendoffiziere gehen in Schulen und Unis und werben dort um junge Menschen für den Militärdienst. Es werden „Infostände“ in Einkaufszentren gemacht. In Düsseldorf wird versucht, ganze Schulen in die Spiele einzubinden. Es können eigens Projektwochen zum Thema Militär durchgeführt und „Ausflüge“ zu den Wettbewerben organisiert werden. Dafür werden dann auch kostenlose Busse bereitgestellt. Zur Eröffnungsfeier wurde sogar der Rapper „Macklemore“ engagiert – als ob der Militärdienst eine Party oder ein Abenteuer sei!
Die Widerstandsgruppe von MLPD und REBELL Düsseldorf ruft am Tag der Eröffnung (Samstag, 9. September 2023, 17.00 Uhr) zum antimilitaristischen Protest gegen die Invictus Games auf. Wir laden alle Friedenskämpfer in Düsseldorf ein, aber auch darüber hinaus. Näheres bald auf Rote Fahne News.
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