Tarifrunde

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ver.di-Kolleginnen und Kollegen haben genug vom Zeitspiel der Handelsverbände

Auch in der fünften Verhandlung am 7. August in der Tarifrunde des Einzelhandels in NRW, dem Pilotbezirk von ver.di, haben die „Arbeitgeber“ ein Angebot vorgelegt, das Reallohnverlust bedeutet.

Von wb

ver.di fordert in der Tarifrunde 2023 im Einzelhandel NRW 2,50 Euro mehr Gehalt und Lohn pro Stunde, mit einer Laufzeit von 12 Monaten, sowie einem Mindestlohn von 13,50 Euro in der Stunde. „Das Arbeitgeberangebot sieht eine Erhöhung der Entgelttabellen von 150 Euro ab August 2023 vor. Das entspricht einer Erhöhung des Stundenentgelts für eine Verkäuferin oder einen Verkäufer  im Endgehalt von 92 Cent pro Stunde.“ [1]

 

Dazu ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer: „Es ist ein Skandal, wie die Arbeitgeber mit ihren Beschäftigten umgehen. Es wird Geld in die Hand genommen, um Beschäftigte vom Streiken abzuhalten oder Zeitprämien an diejenigen verteilt, die sich nicht an Streikmaßnahmen beteiligen. Am Verhandlungstisch werden aber weiterhin nur Reallohnverluste geboten. … Mit jedem Monat, der verstreicht, können sich die Beschäftigten weniger von ihrem Einkommen leisten. Die Lebensmittelpreise steigen kontinuierlich an. Die niedrigen Entgelte treffen überwiegend Frauen in ihrer Existenz.“

 

Es ist deshalb genau richtig, dass ver.di und die Beschäftigten in den Betrieben im Einzel-, Versand- oder Großhandel das Zeitspiel der Verbände nicht mitmachen. Unter der Losung „Ohne uns kein Geschäft“ haben die Kolleginnen und Kollegen zuletzt am 4. August mit Warnstreiks in Hessen bei Esprit, Frankfurt Airport Retail, Galeria Karstadt Kaufhof, H&M, Zara, Ikea, Kaufland und Douglas und einer Demonstration in Frankfurt ihre Kampfbereitschaft gezeigt. Mit einer angekündigten, erneuten Demonstration vor dem Sitz der Arbeitgeberverbände des Handels in Hessen, wollen sie auch ihre Kolleginnen und Kollegen in NRW im Kampf um ihre Forderungen den Rücken stärken. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25. August in Recklinghausen angesetzt. Über Unterstützung von anderen Gewerkschaften und aus der Bevölkerung freuen sich die ver.di-Aktivistinnen und -Aktivisten.