Türkei
Entschlossener Widerstand gegen große Waldzerstörung
Der Protest der Dorfbewohner von İkizköy gegen die Abholzung der Bäume in Akbelen wird weiter fortgesetzt. Umweltschützer und Dorfbewohner sagen: "Wir werden bis zum Ende Widerstand leisten, wir werden unser Land nicht aufgeben. Wir werden niemals aufgeben".
Ein Gericht hat den Weg frei gemacht für die Abholzung von rund 740.000 Quadratmeter Wald südlich von Milas in der türkischen Ägäisprovinz Muğla. Der Widerstand der Dorfbevölkerung und von Umweltschützern richtet sich dagegen, ein Kohlefeld des Wärmekraftwerks Yeniköy-Kemerköy zu erweitern, das von YK Energy, einer Tochtergesellschaft der Limak-Holding und der IC-Holding, betrieben wird.
40 Umweltschützerinnen und Umweltschützer und Dorfbewohner wurden bisher verhaftet. Während der Proteste wurden mehrere Menschen durch die Gendarmerie geschlagen, mit Pfefferspray und Wasserwerfern angegriffen. Dennoch verlassen die Umweltschützer und die orfbewohner das Widerstandsgebiet nicht. Sie sagen: Wir werden bis zum Ende Widerstand leisten, wir werden unser Land nicht hergeben". Naime Yorulmaz, einer der Dorfbewohner, die seit 2021 Mahnwache halten, sagte: "Dieses Land gehört uns, dieses Land gehört ihnen nicht. Wir wollen, dass diejenigen, die uns Gendarmen vor die Nase gesetzt haben, von hier verschwinden."
Sie sollen merken: Der 740 Hektar große Akbelen-Wald ist unsere Leben, unser Wasser und unsere Zukunft. Die Dorfbewohner haben mitgeteilt, die Konzerne versuchen die Arbeiter, die gerade am Bergbau arbeiten, gegen uns aufzubringen. Wir haben nichts gegen die Arbeiter, aber sie sollen merken, wenn unsere Lebensgrundlage zerstört wird, können die Arbeiter auch nicht überleben. Die meisten Arbeiter sind aus dem Region, sie wissen selber, wie viele Menschen durch dieser Umweltzerstörung krank geworden sind und Krebs bekommen haben. Anwälte der Bewegung für Umwelt und Ökologie (ÇEHAV) wiesen darauf hin, dass die dem Unternehmen in Akbelen erteilte "Baumfällgenehmigung" im Dezember 2021 ablief und die Fällung illegal war.
Viele Berufsverbände und Selbsorganisationnen kamen ebenfalls zur Solidaritätskundgebung an diesen Ort. "Nein zur Kohle", "Freiheit für Akbelen, Cudi, Dikmece", "Der Limak-Konzern hat meine Freunde getötet" waren die Slogans. Necla Işık aus İkizköy sagte, dass sie trotz der Hindernisse seit sieben Tagen in Massen protestieren: "Wir werden unsere verlorenen Bäume mit dieser Liebe von ihren Wurzeln her regenerieren, alle zusammen, ohne sie anrühren zu lassen. Es gibt immer noch einen riesigen Wald, der darauf wartet, gerettet zu werden.
Der Waldbrand in Cudi (Nordkurdistan) dauert bereits seit Tagen an, ebenso die Baumfällungen in Akbelen. Die Umweltschützer fordern, dass der Kampf von Akbelen bis Cudi gemeinsam geführt werden sollte. In Cudi werden ganz bewusst die Waldbrände nicht gelöscht. In diesem Gebiet findet seit Jahren der Freiheitskampf der kurdischen Bevölkerung statt.
Eine Umweltaktivist sagte, die Wälder werden als Holzdepot betrachtet. Von den nördlichen Wäldern bis zu den Bergen von Cudi und Kaz werden die Wälder aus kapitalistischen Profitgründen absichtlich abgeschlachtet. Dagegen gibt es wertvolle lokale Kämpfe. Der Limak-Konzern bildet eines der größten Monopole der neuimperialistischen Türkei und ist in neun Sektoren tätig: Tourismus, Zement, Energie, Infrastruktur, Luftfahrt, Elektro- und Maschinenbau, Technologie sowie Lebensmittel und Getränke. Die Bau-Group, die zur Limak Holding gehört, ist laut Engineering News Record Magazine für das Jahr 2023 das 50. größte Bauunternehmen der Welt. Es hat etwa 50.000 Beschäftigte.