Gelsenkirchen
Gina Pietsch und Fabio Costa erinnern an „50 Jahre Chile - Putsch gegen Allende“
Am 11. September 1973 - vor 50 Jahren - wurde in Chile der Versuch eines friedlichen Wegs zum Sozialismus durch einen faschistischen Putsch des Militärs zerschlagen. Die Künstlerin Gina Pietsch und der Künstler Fabio Costa erinnern mit Liedern und Texten von Viktor Jara, Leon Gieco, Pablo Neruda, Carlos Puebla, Brecht, Eisler und anderen an dieses Ereignis.
1970 wurde in Chile Salvador Allende demokratisch gewählt. Er verspricht den Menschen zu geben, was ihnen jahrhundertelang versagt wurde: Wohnungen, Schulen, Arbeit, genug zu essen, kostenfreie Bildung, medizinische Versorgung und anderes mehr. Der zuvor in US-amerikanischem Privatbesitz befindliche Kupferbergbau geht in Staatseigentum über.
Gina Pietsch sagt heute dazu: „Die Hoffnung war riesig. Das Vertrauen darauf, dass die herrschende Klasse gegen ihre eigenen Interessen den neuen Weg mitgehen würde, erwies sich aber als tödlich.“ Heute ist aus CIA-Unterlagen bekannt: Der US-Außenpolitiker Henry Kissinger trägt persönlich Verantwortung dafür, dass in Chile „ein Zusammenbruch oder ein Umsturz möglich“ wurde.¹
Am 11. September 1973 stürzte eine faschistische Militärjunta unter General Augusto Pinochet die antiimperialistische Regierung Chiles. Eine entfesselte Soldateska machte gezielt Jagd auf Sozialisten, Kommunisten, Gewerkschafter, fortschrittliche Künstler, Wissenschaftler und rebellische Jugendliche. Zigtausende wurden gefoltert, ermordet, in Konzentrationslager verschleppt, mit gefesselten Händen aus Hubschraubern über dem Meer abgeworfen – viele „verschwanden“ für immer. Auch der demokratisch gewählte Präsident, Salvador Allende, kam dabei ums Leben. Statt die Massen auf den nahenden Bürgerkrieg, auf den notwendigen bewaffneten Kampf einzustellen, vertraute die Allende-Regierung auf die bürgerliche Armee, verbreitete Illusionen über die Rolle der Streitkräfte und entwaffneten so die Arbeiterklasse und die Massen. Was sind die Schlussfolgerungen?
Immer mehr Menschen suchen einen Ausweg aus Krisenchaos, Kriegen, Weltkriegsgefahr und der begonnenen globalen Umweltkatastrophen-Entwicklung. Und sie interessieren sich für die Alternative des echten Sozialismus. Dazu gehört wesentlich auch Klarheit über den Weg zum Sozialismus, wozu der Abend beitragen will.
Gina Pietsch und Fabio Costa haben dazu Lieder und Texte zu diesem Ereignis zusammengestellt. Gina Pietsch ist Sängerin und Schauspielerin. Sie wurde durch Rundfunk und Fernsehen, Soloabende zu Brecht, Marx, Eisler, Engels, Heine, Theodorakis und anderem bekannt. Fabio Costa, der am Klavier begleitet, ist Oboist, preisgekrönter Dirigent und Komponist.
Am Samstag, 9. September, geht es um 19 Uhr im Kultursaal in Gelsenkirchen-Horst, Schmalhorststraße 1 los. Einlass ist ab 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Getränke und Verpflegung werden vor der Veranstaltung und in der Pause angeboten.
Die Broschüre "Chile und der Weg zum Sozialismus – Lehren aus dem Pinochet-Putsch" von Willi Dickhut wurde anlässlich des 40. Jahrestages des faschistischen Pinochet-Putsches am 11. September 1973 in Deutsch und Spanisch herausgegeben; 3 Euro bei www.neuerweg.de.