Südafrika

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Streik der städtischen Arbeiter in Pretoria

Seit zwei Wochen streiken die bei der Stadt Tshwane (früher Pretoria) beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen.

Korrespondenz

Schon 2020/21 hatte die Stadt eine Ausnahmeregelung von der tariflichen Lohnerhöhung erwirkt, und jetzt wieder. Das sind drei Jahre ohne Lohnerhöhung! Die Arbeiter fordern die tariflich festgelegten 5,4 %. Der Streik hat starke Auswirkungen, z.B. durch Straßenblockaden, indem die Müllabfuhr brach liegt, Strom- und Wasserausfälle nicht repariert werden und mehrere Kliniken schließen mussten. Wie immer in solchen Situationen ging die gegnerische Seite vor Gericht und bekam auch ihre einstweilige Verfügung, die den Streik für illegal erklärte. Der Bürgermeister wirbt um Verständnis, er könnte kein Geld ausgeben, das nicht da sei. Das städtische oberste Management hatte aber eine deftige Erhöhung gekriegt.

 

Tatsächlich ist die Stadt pleite, ausgelaugt auch durch Korruption, die die städtischen Finanzen in die Taschen der Bürokratie und der mit ihr verbundenen Firmen spült. Trotz der Drohung der Stadt mit Entlassungen und Eingreifen der Polizei machen die Streikenden weiter. Sie sind besonders empört, weil durch eine abgehörte Nachricht rauskam, dass die SAMWU-Gewerkschaftsführung (South African Municipal Workers Union) als Gegenleistung für Begünstigungen mit der Stadt auf Kosten der Arbeiter einen Kuhhandel abschließen wollte.