Mit politischer Brisanz

Mit politischer Brisanz

Russland: Streiks im Industrieproletariat

Streiks sind in Russland aufgrund der enormen Repression und des lähmenden Einflusses durch den Revisionismus und den Chauvinismus ein seltenes Phänomen.

Von Genossen der ICOR aus Russland
Russland: Streiks im Industrieproletariat
Ein ziviles Produkt aus dem UAZ-Werk (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/03/GAZ-69_%28UAZ%29.jpg)

Umso bedeutender, dass sich in letzter Zeit die Berichte über Streiks häufen. Nachdem Rote Fahne News bereits über Streiks von Kurieren berichtet hat, betreffen die neuerlichen Streiks den Kern des Industrieproletariats. Sie sind zahlenmäßig nicht sehr groß und von relativ kurzer Dauer. Die Streiks sind an ökonomischen Anliegen vor allem der Lohnfrage aufgebrochen. Doch da Streiks in aller Regel verboten sind und die Rechte der Arbeiter seit Kriegsbeginn noch einmal eingeschränkt wurden, haben die Streiks von Beginn an zugleich auch ein politisches Moment. Insbesondere auch deshalb, weil ein Streik in einem Rüstungsbetrieb stattgefunden hat und die Streikenden verstärkt direkt mit dem Staatsapparat in Konfrontation geraten.

Streik im wichtigsten Bergwerk für Berylliumoxid in Russland

Am 30. Juni berichtete Rote Fahne News bereits darüber, dass 83 Bergleute in Mariinskij Priisk sich weigerten, auszufahren, um gegen die Stilllegung des Bergwerks und die Entlassung von 180 Arbeitern zu kämpfen. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft des Staatskonzern Rostech. Der Streik wurde von der Geschäftsführung sofort politisch angegriffen: die Streikenden würden „ihre persönlichen Interessen über die Interessen des Staates stellen“. Sie unterstellten den Arbeitern „Sabotage am Arbeitsplatz“ und drohten ihnen, diese hart zu bestrafen. Nach zwei Tagen Streik trugen die Arbeiter einen Sieg davon: die Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Streik in Rüstungsfabrik

Genossen der ICOR aus dem Ural berichten Rote Fahne News: „Kürzlich kam es in Uljanowsk im UAZ-Werk zu einem spontanen Streik mit 50 Teilnehmern, der sehr schnell und ohne klare Ergebnisse endete. Die Fabrik beschäftigt sich mit der Herstellung von Militärprodukten. Die Bourgeoisie beschloss, sich an den Arbeitern zu rächen, indem sie den Repressionsapparat anzog und die Streikenden beschuldigte, die staatliche Ordnung für Militärprodukte zu stören. Sieben Personen wurden von der Polizei festgenommen und abgeführt, mehrere Stunden lang festgehalten und wieder freigelassen. Dann machte die Unternehmensleitung Zugeständnisse und löste das Lohnproblem. Um dies herum versuchte sie, PR für die KPRF* zu organisieren, aber ohne Erfolg. … Solidaritätsstreiks, Warnstreiks und politische Streiks sind in unserem Land gesetzlich verboten. Die einzige legale Form von Streiks ist sehr schwierig durchzuführen und erfordert eine aktive Interaktion mit dem Eigentümer des Unternehmens. Seit Kriegsbeginn wurden die Rechte der Arbeitnehmer in Militärbetrieben stark eingeschränkt.“ (* Anm Red RF: Kommunistische Partei der Russischen Föderation; die revisionistische Partei in Russland, die Putin in seinem Ukraine-Feldzug unterstützt).

Streik in Smaragdmine

Weiter erreichte die Redaktion ein Bericht über einen Streik in einer Smaragd-Mine bei Jekaterinenburg. Anfang Juni haben demnach 70 Bergleute unter Tage gegen die Schließung der Mine  gestreikt und verlangt, mit Putin persönlich zu sprechen. Über diesen Streik liegt Rote Fahne News noch kein genauerer Bericht vor.

 

 

 

 

 

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