Führender DDR-Revisionist
Heute 50. Todestag von Walter Ulbricht
Am 1. August 1973, heute vor 50 Jahren, starb Walter Ulbricht.
Willi Dickhut, Vordenker und Mitbegründer der MLPD, würdigte Ulbricht im Buch "Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion" folgendermaßen: "In der von sowjetischen Truppen besetzten DDR, wo die Kommunisten eine verhältnismäßig schwache Massenbasis hatten, ist die Gruppe um Ulbricht ziemlich schnell auf den neuen revisionistischen Kurs umgeschwenkt, so daß die Restauration des Kapitalismus verhältnismäßig einfach und unauffällig vor sich ging. Die DDR und die Tschechoslowakei waren aber die Ausnahme. In den anderen volksdemokratischen Ländern widersetzte sich der größte Teil der Parteiführung dem Revisionismus und bekam in der Folge allerlei Machenschaften von Seiten der Chruschtschow-Clique zu spüren." (Seite 208)
In dem Buch „Sozialismus am Ende?“ wird im Kapitel "Intrigen im Politbüro festigen die kleinbürgerliche Denkweise" ausführlich auf die intriganten Zustände unter Ulbrichts Führung eingegangen. "Der kleinbürgerliche Bürokratismus in der Führungsspitze der SED war ein Spiegelbild der Entwicklung der kleinbürgerlichen Bürokratie in der KPdSU unter Chruschtschow, die bereits vor dem XX. Parteitag begann. Eine der übelsten Eigenschaften der kleinbürgerlichen Denkweise ist das Intrigantentum, das im Politbüro der SED eine ausschlaggebende Rolle spielte. Dies geht sehr deutlich aus dem Bericht des Politbüro-Mitgliedes Fred Oelßner (1903-1977) hervor, der auch in der BRD durch sein Buch »Die Wirtschaftskrisen« bekannt wurde. Der umfangreiche Original-Bericht stammt aus dem Geheimarchiv der SED-Führung und ist unbedingt glaubwürdig.“ (Seite 54)
Oelßner hatte gewagt, die SED-Führung zu kritisieren. Deshalb wurde er verleumdet, mit Intrigen überzogen. 1958, als die sozialistischen Grundlagen beschleunigt durch bürokratisch-kapitalistische ersetzt wurden, wurde er seiner Funktionen enthoben.