Sonneberg

Sonneberg

„Für den echten Sozialismus – gegen die AfD“

Zu dritt standen wir vorm REWE-Markt, weitere zwei Aktivisten machten Kontaktbesuche. Wir wollten erfahren, welche Meinungen die Menschen vertreten, hier in Sonneberg, wo vor wenigen Wochen zum ersten Mal in Deutschland ein Kandidat der faschistoiden AfD zum Landrat gewählt worden war.

Von Korrespondenten
„Für den echten Sozialismus – gegen die AfD“
Das Foto stammt von einer Open-Air-Diskussion "Sozialismus statt AfD" kürzlich in Gera (rf-foto)

1,5 Stunden waren wir voll in Gespräche verwickelt, und unsere Ansprache (s.o.) fand bei der Mehrheit der Angesprochenen positiven Widerhall.

 

Die Anhänger der AfD waren eine deutliche Minderheit. Die meisten von ihnen blieben zudem auf unsere Fragen stumm, als seien sie in der Defensive. Zwei oder drei antworteten kurz: „Die machen was gegen Ausländer“. Oder „Zu viele Flüchtlinge“. Als ob nicht - statt Spaltung durch die AfD – gerade die Einheit aller, Ausländer, Deutsche, Geflüchtete gebraucht würde, um die Politik der Herrschenden zu bekämpfen. Darauf ging nur einer von ihnen ein und der merkte dann selbst, dass er eigentlich für internationale Solidarität und gegen Faschismus ist. Er spendete für die Broschüre der MLPD und will zum Waldfest kommen. Mehrere Schüler interessierten sich sehr für unsere Haltung gegen den Kapitalismus und für den Sozialismus, auch für den REBELL, besonders bei „Widerstand leisten gegen Umweltzerstörung und Krieg“ nickten sie und wollen in jedem Fall zum Waldfest kommen. Was für ein Fehler, dass wir keine Mitmach-Karten für den REBELL dabei hatten!

 

Wir waren mit vielen Unsicherheiten konfrontiert: „Links ist gut. Aber ihr seid zu radikal. Warum geht ihr nicht mit der Linkspartei zusammen?“ Ja, sollen wir denn mit Ramelow, dem Thüringer „linken“ Ministerpräsidenten zusammen für Waffenlieferungen an die Ukraine eintreten? „Das geht gar nicht“, war die Antwort. Mehrmals hieß es: „Schauen wir erst, was die AfD bringt.“ Es muss aber für jeden grundsätzlich klar sein, dass gegen eine Partei mit Faschisten in der Führung; gegenüber einer Partei, die den Faschismus hoffähig machen will, ein klarer Trennungsstrich gezogen werden muss!

 

Dürfte man sie denn wählen, wenn sie Bäume pflanzen, um sich anzubiedern und so ihre verheerende völkische Propaganda unter die Leute zu bringen? Das wurde verstanden. Eine sagte, darüber müsste viel mehr in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Ein Passant wünschte sich „eine Mischung aus Sozialismus und AfD“, weil er Sozialismus gut findet, aber gegen „zu viele Ausländer“ sei. Sozialismus und Spaltung der Arbeiter – das ist ein unüberbrückbarer Widerspruch. Wer soll den Kapitalismus, die Krieg führenden Mächte von ihrem Sockel reißen, wenn nicht die Völker gemeinsam und hier in Deutschland Ausländer, Geflüchtete, Deutsche alle zusammen? Diese Perspektive überzeugte ihn. Er will auch zur Internationalen Bergarbeiterkonferenz kommen und zum Kongress der Einheitsfront eingeladen werden. „Stimmt. Auf die Einheit der Arbeiter der Welt kommt es an.“

 

Es war ein erfrischender Einsatz - mit all diesen Erfahrungen, noch dazu ohne Regen! Unser Ergebnis: Ungefähr 90 kürzeste bis kurze Gespräche, über 50 Broschüren „Die sozialistische Alternative MLPD widerlegt AfD“ verbreitet, 5,50 Euro Spenden erhalten. Ein Gesprächspartner kaufte die Ukraine-Broschüre. Drei wollen weiter mit uns in Kontakt bleiben. Eine ganze Reihe will zum Waldfest nach Truckenthal kommen. Die Gesprächsrunde mit Gabi Fechtner, der Parteivorsitzenden der MLPD, interessierte manche ganz besonders. Aber auch die Internationale Bergarbeiterkonferenz.

 

Noch zu wenig haben wir bleibende Verbindungen gesucht und geschaffen, z.B. mit der Unterstützungsliste für die neue Friedensbewegung. Es haben auch nicht alle von uns jeden auf eine Spende angesprochen. Zur Frage unserer Argumente heißt es in einer Auswertung: „Wir müssen offensiv mit unseren Prinzipien argumentieren, von unserem Programm ausgehen. Das schafft Klarheit und kommt gut an.“