Filmempfehlung des Willi-Dickhut-Museums

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„Freundschaft siegt“ über die Weltjugendspiele 1951 in Berlin

Sozialismus als starke Macht weltweit und in Deutschland, das können sich heute viele kaum vorstellen. Vor allem nicht jüngere Menschen. So tief hat die bürgerliche Verleumdung und Hetze gegen den Sozialismus inzwischen gewirkt.

Von Christoph Gärtner
„Freundschaft siegt“ über die Weltjugendspiele 1951 in Berlin
Filmplakat

Doch in Wirklichkeit war der Sozialismus Ende der 1940-er und Anfang der 1950-er Jahre eine gewaltige aufstrebende weltweite Macht. Ein Drittel der Menschheit lebte damals in sozialistischen Staaten.

 

Ein überzeugendes und begeisterndes filmisches Dokument darüber ist der Dokumentarfilm über die III. Weltfestspiele der Jugend 1951 in Berlin vom 5. bis 16. August 1951. Sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, während des imperialistischen Korea-Kriegs durch die USA und während der imperialistischen Aufrüstung mit Atomwaffen war das Motto genau richtig: „Für Frieden und Freundschaft – gegen Atomwaffen!“ Von den ca. 2 Millionen Teilnehmern kamen 26.000 Jugendliche aus 104 Ländern und 35.000 aus Westdeutschland.

 

Diese Weltfestspiele der Jugend wurden 1947 vom „Weltbund der demokratischen Jugend“ ins Leben gerufen. Sie sollten „die internationale Freundschaft und Verständigung der Jugendlichen der verschiedenen Länder entwickeln und verstärken, einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der Welt und zur Erhaltung des Friedens leisten und mit allen geeigneten Mitteln das Leben, die Tätigkeit, die Bestrebungen der Jugend der verschiedenen Länder zeigen.“

 

Der Film zeigt eindrucksvoll die weltweite Mobilisierung mit Friedensstafetten für dieses internationale Festival  – und damit das große Ansehen des Sozialismus und seine organisatorischen Kräfte. Für die junge DDR war die Organisierung dieses Weltfestivals eine beeindruckende Leistung. Bei den Festspielen gab es riesige Bilder der Klassiker des Marxismus-Leninismus. Besonders gewürdigt wurde "Stalin, der beste Freund der Jugend!" Der DDR-Staatspräsident Wilhelm Pieck begrüßte unter großem Jubel die chinesische Delegation als „die Jugend Mao Zedongs“, unter dessen Führung erst zwei Jahre zuvor die Volksrepublik China gegründet wurden. „Im Film wird die große Rolle der Jugend in allen Ländern der Welt hervorgehoben, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Länder wieder aufbauen und für den Frieden in der Welt Verantwortung tragen.“ [1] Ein spezieller Tag galt den besonderen Fragen der kämpfenden Mädchen. Eindrucksvoll sind Verbrüderungsszenen zwischen Jugendlichen aus Ländern, die sich im Krieg befinden.

 

Neben dieser hauptsächlich politischen Seite war auch die breite Vielfalt anderer Themen bemerkenswert: vielfältige internationale kulturelle Darbietungen - auch die weltberühmten sozialistischen Schriftsteller Nazim Hikmet und Pablo Neruda treten im Film auf. Auf die XI. Akademischen Sommerspiele des Internationalen Studentenbundes mit über 2.000 Sportlerinnen und Sportlern aus 44 Ländern wird eingegangen. Angeprangert wurde der empörende Versuch der Westmächte, die alles daran setzten, die Teilnahme ihrer Jugendlichen zu verbieten oder zumindest zu erschweren. Besonders hervorgetan hatte sich dabei die ultrareaktionäre antikommunistische Adenauer-Regierung, die nicht zufällig zeitgleich die FDJ verboten hatte.

 

Der Film hat auch gravierende Schwächen: Er zeichnet ein schematisches Schwarz-Weiß-Bild vom friedlichen demokratischen Osten und bösen kriegerischen Westen. Entsprechend unterschlägt er klischeehaft alle realen Schwierigkeiten beim Aufbau der volksdemokratischen Staaten und des Sozialismus. Fehlanzeige gibt es auch beim kritisch-selbstkritischen Kampf um die Denkweise innerhalb der sozialistischen Länder, zwischen den sozialistischen und kapitalistischen Ländern und auch zwischen den verschiedenen Nationen. Schade.

 

Dennoch ein insgesamt bemerkenswertes Dokument über die Stärke und Anziehungskraft des Sozialismus in der Mitte des letzten Jahrhunderts und die besondere Rolle der Jugend dabei. Lehrreich und Mut machend!

 

Regie: Iwan Pyrjew, Joris Ivens; Dauer: 1:35 Std., Farbe/Schwarz-Weiß, DEFA 1951; erhältlichen im Willi-Dickhut-Museum als Teil des Sticks mit 22 Sozialismus-Filmen (für 30 €). Oder in Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=4iXoXzPsYLo