Nach dem "Aus" für das Getreideabkommen

Nach dem "Aus" für das Getreideabkommen

Spekulation treibt Getreidepreise in die Höhe

Im Juli 2023 bombardierten die russischen Streitkräfte Odessa und ein Getreidesilo, nachdem Russland zuvor aus dem Getreideabkommen ausgestiegen war.

Von gz
Spekulation treibt Getreidepreise in die Höhe
(foto: gemeinfrei)

Erneut warnen verschiedene Organisationen vor einer sich verschärfenden Hungerkrise. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock heuchelt Mitgefühl mit hungernden afrikanischen Kindern. Dass keineswegs nur Putin, sondern der Imperialismus insgesamt, darunter auch der BRD-Imperialismus, mit ihrer Profitwirtschaft für den Hunger in Afrika verantwortlich sind, erwähnt sie natürlich nicht. Der afrikanische Kontinent könnte seine Bevölkerung problemlos selbst ernähren - ohne die Machenschaften des Imperialismus!

 

Die Weizenpreise steigen wieder, nachdem sie zuletzt bis fast auf das Niveau von vor dem Kriegsbeginn gefallen waren. Sie liegen jetzt bei bis zu 250 Euro je Tonne und damit um 25 Prozent über dem Niveau von Juni 2023. Der Angriff auf Getreidesilos ist ein Verstoß gegen das Völkerrecht wie auch schon der Angriff auf die Ukraine selbst. Sollte die Ukraine trotzdem Getreideschiffe losschicken, womöglich noch mit Schutz durch die NATO wie gefordert, dann würde bei Beschuss die NATO in den Krieg hineingezogen. All das bedeutet eine erneute Eskalation des Krieges!

 

Dass die Getreidepreise steigen, liegt allerdings mitnichten daran, dass zu wenig Getreide da wäre. Es liegt zum größten Teil an den weltweit agierenden Spekulanten, die die Preise in die Höhe treiben. Eine Schiffsladung Getreide kann dabei zwischen 5 bis 10 Mal gehandelt werden, bevor sie tatsächlich körperlich auf den Weg geschickt wird.

 

Von den 33 Millionen Tonnen Getreide, die seit letztem Jahr aus der Ukraine exportiert wurden, kamen laut Tagesschau nur 3 Prozent in den ärmsten Ländern an. Die größten Abnehmer dieser Getreidemengen waren China mit rund 8 Millionen Tonnen und Spanien mit rund 6 Millionen Tonnen. In diesen Ländern stehen sozusagen die größten Schweinetröge. China ist der größte Schweineproduzent weltweit, Spanien mästet die meisten Schweine in der EU. Über das Welternährungsprogramm (WFP, World Food Programme) wurden gerade mal 725 000 Tonnen an Hungernde verteilt.

 

Das Vorgehen von Putin ist menschenverachtend – er weiß ganz genau, dass der Hunger von steigenden Getreidepreisen verursacht wird. Gleichzeitig verdient er an den eigenen enormen Getreideexporten mehr Geld. Denn Russland ist inzwischen der Weltmarktführer bei Weizenexporten. Der Jammer in westlichen Ländern darüber ist  Heuchelei, weil weltweit über 310 Millionen Tonnen Weizen in Lägern gebunkert werden und die Inhaber der Läger auch auf höhere Preise spekulieren. Zum Zweiten wird ein Großteil des Weizens als Futtermittel oder für die Gewinnung von Äthanol verwendet, also verfüttert oder verbrannt!

 

Kampf dem weltweiten Hunger und der Spekulation mit Lebensmitteln! Gegen jede imperialistische Aggression, Stoppt den Krieg in der Ukraine!

 

 

 

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