Mageres Ergebnis
Rohstoffabkommen mit Chile
50 Regierungschefs aus EU-Ländern und Lateinamerika versammelten sich kürzlich zum ersten Lateinamerika-Gipfel der EU seit acht Jahren.
Eine "Zeitenwende" sollte eingeleitet werden - angesichts des schwindenden Einflusses der alten Imperialisten und des Erstarkens der neuimperialistischen Länder, vor allem dem Vordringen Chinas.
Aber mit dem Mercosur-Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay ging nichts weiter. Man konnte sich auf nichts einigen. Den westlichen Imperialisten gelang es auch nicht, eine Resolution mit der einseitigen Verurteilung Russlands für den Ukrainekrieg durchzudrücken.
Ein Punktgewinn für die EU gegen das chinesische Seidenstraßenprojekt ist die Unterzeichnung einer Absichtserklärung über eine künftige enge Partnerschaft mit Chile "in Bezug auf nachhaltige Rohstoffwertschöpfungsketten". Chile ist weltweit führender Produzent von Lithium und Kupfer. Der Zugriff darauf ist für die Imperialisten jetzt von strategischer Bedeutung.
Doch der chilenische Präsident Gabriel Boric zahlt für das Abkommen seinen Preis. Der linke Lack blättert ab und er entpuppt sich als ganz normaler sozialdemokratischer Dienstleister des internationalen Finanzkapitals. Wachsende Widerstände in Chile stellen sich ihm entgegen; auch in Lateinamerika steuert er in zunehmende Isolation.