Niger

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Putschversuch bereitet westlichen Imperialisten Probleme

Im westafrikanischen Niger hat die Präsidentengarde unter dem Kommando von General Omar Tchiani mit Teilen der Armee am 26. Juli einen Putschversuch unternommen. Präsident Mohamed Bazoum befindet sich im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Niamey mutmaßlich unter Arrest. Der Ausgang ist noch offen.

Von fu

Oberst Amadou Abdramane der nigrischen Luftwaffe erklärte als Sprecher des „Nationalen Rates für die Schutz des Heimatlands“ (CNSP) gestern Abend im staatlichen Fernsehsender Télé Sahel die Regierung wegen einer sich verschlechternden Sicherheitslage sowie der schlechten Wirtschafts- und Sozialpolitik für abgesetzt. Die Verfassung sei aufgehoben, Grenzen und Luftraum bis zur Stabilisierung der Lage gesperrt.

 

Die Weltbank, die Afrikanische Union, die Vereinten Nationen, die Europäische Union, Frankreich und die Vereinigten Staaten sowie Deutschland verurteilten den Putsch.

Hintergründe

Der letzte Putschversuch in Niger hatte sich 2021 gegen die Regierung Bazoum ereignet. Damals verteidigte die Präsidialgarde – die jetzt im Kern des Putsches steht – den Präsidentenpalast erfolgreich gegen aufständische Elemente des Militärs und beendete so den Putsch.

 

Die wirtschaftliche und soziale Lage in Niger hat sich in den letzten Monaten zunehmend verschlechtert, obwohl das Land reich an Rohstoffen ist. Niger ist der letzte Staat Westafrikas, der den westlichen Imperialisten nach deren Verdrängung aus Mali die Treue hält. Dort sind französische, US-amerikanische und ein kleines Kontingent deutscher Truppen stationiert. Hat der Putsch Erfolg, hat er auch Auswirkungen für die laufende Blockbildung der Imperialisten im Rahmen der Vorbereitung eines Weltkriegs.

 

Einige afrikanische Kommentatoren sehen die Frage der neokolonialen Ausbeutung durch die westlichen Imperialisten als Hauptfrage im Niger. Der Anwalt und pan-afrikanische Menschenrechtsaktivist Sipho Mantula sagte dazu heute im südafrikanischen Fernsehsender SABC: „Die Rolle der Franzosen und der USA, die dort eine Militärbasis haben, dient nur schändlichen Zwecken. Sie sagen, dass sie die Dschihadisten bekämpfen, aber wir wissen, dass sie dort sind, um das Uran im Niger abzusaugen.“