Über das Schlichtungsergebnis

Über das Schlichtungsergebnis

Hitzige Diskussionen in der EVG

Die breite Unzufriedenheit und Kritik über die Empfehlung des Vorstandes der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG zur Annahme des faulen Schlichterkompromisses ist auch den Redakteuren in bürgerlichen Medien nicht entgangen.

Von wb

Trotz nie dagewesener Streikbereitschaft, wie sie nicht nur im erstmaligen bundesweiten Streik des gesamten Verkehrswesens am 3. März zum Ausdruck kam, hat nicht nur Bahn und Regierung, sondern auch die EVG-Führung kein Interesse an einem unbefristeten Flächenstreik. Laut „Focus“ vom 28. Juli ist deshalb „die Stimmung … gespalten, sind die Mitglieder mit der Verhandlungsführung unzufrieden …, haben sich einige große Landesverbände skeptisch zum Schlichterspruch geäußert“. Die Freude oder Erleichterung der Herrschenden über das vermeintliche Ende des Tarifkampfes weicht deshalb zum Teil bereits wieder der Angst vor der Eskalation.

 

Auch der EVG-Vorsitzende Martin Burkert lässt anklingen, dass er die Kritik an der Gewerkschaftsbasis kennt: „Diese Empfehlung für die Schlichtungsschlussempfehlung hat Licht und Schatten und dieser Kompromiss fiel uns schwer.“ Doch offensichtlich sieht sich die Gewerkschaftsführung dem Bahn-Vorstand und der Bundesregierung verpflichtet, den Rücken freizuhalten: In einer Zeit des Wirtschaftskrieges, der Hochrüstung, Weltkriegsgefahr und einer weiter wachsenden Unzufriedenheit über die Regierung und Kritik am Kapitalismus unter den Massen.

 

Die MLPD rät den EVG-Mitgliedern in der bis 28.  August laufenden Urabstimmung das Schlichtungsergebnis abzulehnen und dies mit eigenen Initiativen für den unbefristeten Flächenstreik zu verbinden. Das beginnt damit, dass vor der Online-Urabstimmung, wozu jedes Mitglied bis spätestens 11. August personalisierte Schreiben mit einem QR-Code oder Link erhält, in den Abteilungen und Bereichen Versammlungen und Diskussionen über die Bewertung des Schlichtungsergebnis organisiert werden.