Golfstaat kauft Golfsport
Weltweite Einkaufstour von Golfstaaten im Profisport
Tatsächlich hat Saudi-Arabien den Profi-Golfsport komplett gekauft.
Bisheriger Höhepunkt einer zunehmenden Tendenz, dass die Golfstaaten Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate weltweit sich den Profisport abhängig zu machen suchen. Die finanziellen Mittel dafür sind nahezu unbegrenzt. So verwaltet der saudische Staatsfonds PIF ca. 620 Mrd. $, davon 30% im Ausland angelegt. Den Saudis gehören 80% von Newcastle United und die saudische Fußball-Liga. Weitere Investments halten sie im Pferdesport, im Wrestling und im Boxen.
Acht Profi-Fúßballer wechselten allein seit Juni aus europäischen Top-Ligen nach Saudi-Arabien. Die bekanntesten: Christiano Ronaldo und Karim Benzema. Katar gehört u.a. Paris Saint-Germain. Das Land hat die letzte Fußball-WM ausgerichtet. Geplant ist der Einstieg in die US-Basketball-Liga. Den Emiraten gehören elf Fußball-Clubs weltweit. Ganz offensichtlich wird der Profisport weltweit bevorzugt zum Anlage-Objekt dieser ultra-reaktionären neuimperialistischen Staaten – in zunehmender Konkurrenz zu US-und europäischem Kapital.
Es geht ihnen um Abkehr von der alleinigen Abhängigkeit vom Öl, nicht zuletzt aber um Image-Gewinn und Stärkung der Region: „ Ich denke, dass das neue Europa der Nahe Osten sein wird. Die nächste globale Renaissance (…) wird im Nahen Osten sein.“ ( Mohammad bin Salman, saudischer Kronprinz, SZ 15.7.23). Allerdings gibt es auch erfolgreiche Proteste gegen diesen Kurs. So bei Bayern München, wo Fans im Stadion und auf einer Hauptversammlung gegen den Sponsoring-Vertrag mit Katar Airways protestierten. Katar stieg jetzt Ende Juni gegen den Willen des Bayern-Vorstands aus dem Sponsoring-Vertrag aus.